St. Sebastian, Katholische Kirche in Würselen, Deutschland
St. Sebastian ist die katholische Pfarrkirche im Zentrum von Würselen, errichtet aus hellem cremefarbenem Mauerwerk mit grauen Steinrahmungen. Der weitgehend romanische Westturm von 1150–1200 trägt heute ein Zeltdach statt des 1944 zerstörten barocken Schweifhelms. Das von Laurenz Mefferdatis 1725 geplante Langhaus wurde 1906–1908 durch Heinrich van Kann nach Osten erweitert, mit Querschiff, vergrößertem Chor und einer Kuppel über oktogonalem Unterbau; der kreuzförmige Grundriss misst 65 m Länge und 32 m Breite, die Kuppel ist 40 m hoch.
Eine Urkunde vom 17. Oktober 870 belegt, dass Ludwig der Deutsche die Kirche „zu wormsalt“ an die Abtei Prüm übertrug; vermutlich war es eine fränkische Holzpfostenkirche. Grabungen von 1938 neben der heutigen Kirche fanden Bruchsteinfundamente aus der Zeit um 600, einen archäologischen Beleg für einen früheren Kirchenbau gibt es jedoch nicht. Zwischen 1150 und 1200 entstand eine dreischiffige romanische Kirche, deren Westturm im heutigen Bau erhalten ist.
Wegen ihrer Größe wird die Pfarrkirche „Würselener Dom“ genannt; seit 2010 ist die Pfarrei St. Sebastian die größte fusionierte Pfarrei im Bistum Aachen, entstanden aus acht zuvor eigenständigen Pfarreien. Der 12 m hohe und 7 m breite Hochaltar füllt die Chornische und zeigt den hl. Sebastian; der Tabernakel wird Johann Joseph Couven (1758) zugeschrieben, was historisch nicht gesichert ist.
Die Kirche steht im Zentrum von Würselen; der Haupteingang liegt unter einem kleinen Rundfenster, das Langhaus trägt ein dunkles Mehrfachdach. Der nach 1944 mit Schallarkaden und Zeltdach wiederhergestellte Westturm ist 31 m hoch, die Vierungskuppel 40 m. Sehenswert ist der 12 m hohe Hochaltar, der die Chornische ausfüllt.
Die älteste Glocke, 1275 gegossen, diente lange als Angelusglocke und wird heute nur noch als Wandlungsglocke benutzt; zeitweise war sie an die neue Kirche St. Pius X. in Schweilbach/Teut ausgeliehen. Die vier Bronzeglocken im Turm sind die Marienglocke von 1384, die Balbinaglocke von 1432, die Sebastiana von 1954 und die Piusglocke von 1961, die 4.600 kg wiegt und zu den größten der Gießerei Otto gehört.
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