St. Johannes Evangelist, Abteikirche in Mallersdorf-Pfaffenberg, Deutschland.
St. Johannes ist eine weiße Klosterkirche auf einer Anhöhe über dem Kleinen Labertal, deren spätromanisches Westportal aus Kalkstein ein dreifach abgetrepptes, mit Säulen besetztes Gewände und ein Tympanon mit Kreuz, Lilien und Rosetten zeigt. Zwei fünfgeschossige Quadertürme mit Pyramidendächern rahmen einen barocken Mittelteil mit Figur des Kirchenpatrons; der Innenraum ist ein Wandpfeilersaal süddeutschen Typs.
Einer spätmittelalterlichen Überlieferung zufolge wurde 1109, zwei Jahre nach der Gründung des Benediktinerklosters, eine erste Kirche geweiht, das sogenannte Alte Münster; es lag westlich der heutigen Kirche und wurde 1759 abgebrochen. Am heutigen Standort entstand im 12. Jahrhundert ein Neubau, geweiht 1177, der Mitte des 13. Jahrhunderts spätromanisch umgebaut und 1265 als dreischiffige Basilika ohne Querhaus neu geweiht wurde; Doppelturmfront und Westportal sind erhalten. Es folgten der spätgotische Chor 1460–1463, ab 1613 der Umbau zur Wandpfeilerkirche und ab 1740 unter Abt Heinrich VI. Widmann die Rokoko-Umgestaltung, geweiht erst 1792 unter Abt Gregor Schwab.
Die Kirche ist dem Evangelisten Johannes geweiht, dessen Figur den barocken Volutengiebel zwischen den beiden Westtürmen bekrönt. Seit 1869 nutzen die Armen Franziskanerinnen von der Heiligen Familie sie als Klosterkirche, seit 1921 dient sie zudem als Pfarrkirche für Mallersdorf, Ettersdorf, Ried und Seethal.
Die Kirche steht auf 411 m Höhe auf dem Klosterhügel, rund 30 m über dem Kleinen Labertal, innerhalb des Klosterkomplexes Mallersdorf. Die Westfassade liegt zur Klosterbergstraße hin, wo die beiden fünfgeschossigen Türme mit Pyramidendächern den Zugang markieren; das spätromanische Westportal sitzt im barocken Vorbau zwischen ihnen. Im Inneren trennt ein schmiedeeisernes Gitter von um 1720 die Vorhalle vom Langhaus.
Das Westportal, nach 1740 in einen barocken Vorbau versetzt, ist ein spätromanisches Werk aus Kalkstein der 1265 geweihten Kirche: ein dreifach abgetrepptes Gewände mit Dreiviertelsäulen und ein Tympanon mit gleichschenkligem Kreuz, Lilien und Rosetten. Stilistisch steht es dem um 1200 entstandenen Portal der Regensburger Schottenkirche St. Jakob nahe.
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