Sankt-Georgen-Kapelle, Gotische Kapelle in Templin, Deutschland
St. Georgs-Kapelle ist ein gotisches Backsteingebäude im Zentrum von Templin in der Mark Brandenburg. Das Gebäude zeigt typische gotische Merkmale wie spitze Bögen und ornamentale Ziegelsteinmuster, die für norddeutsche sakrale Architektur dieser Zeit kennzeichnend sind.
Die Kapelle entstand vermutlich im späten 14. Jahrhundert, diente dem benachbarten Heilig-Geist-Hospital und wurde möglicherweise von Franziskanern betrieben. 1539 wurde sie in einen Beginenhof umgewandelt. Beim Stadtbrand 1735 beschädigt und während der französischen Besetzung um 1806–1808 als Pferdestall genutzt, wurde sie 1862 bis 1866 wiederhergestellt und am 2. Mai 1866 erneut zum Gottesdienst genutzt.
Die Kapelle zeigt norddeutsche Baustile mit ihren charakteristischen Backsteinwänden und gotischen Formen. Diese Bauweise war für Kirchen in der Region besonders typisch, da Stein in der flachen Landschaft schwer zu finden war.
Die Kapelle ist leicht zu Fuß vom Stadtzentrum von Templin aus erreichbar und liegt in der Nähe anderer mittelalterlicher Sehenswürdigkeiten. Es ist ratsam, bequeme Schuhe zu tragen und tagsüber zu besuchen, um die Details der Backsteinarchitektur in gutem Licht sehen zu können.
Der spätgotische Schnitzaltar der Kapelle zeigt zehn Heiligenfiguren, doch sein Mittelschrein ist leer: Das ursprüngliche Mittelstück fehlt, und auch Gehäuse und Anordnung sind nicht original. Die örtliche Überlieferung bringt den Flügelaltar mit einer Gertrudenkapelle vor den Toren der Stadt in Verbindung, wofür es kaum Belege gibt. Zu sehen sind unter anderem die Hl. Barbara, der Apostel Thomas, der Hl. Pantaleon in orientalischer Tracht und die Hl. Hedwig.
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