St. Moritz, Gotische Kirche in Mittenwalde, Deutschland
St. Moritz ist eine backsteingotische Hallenkirche in Mittenwalde mit einem hohen Westturm, der von einer dunklen Spitze mit Kreuz, Fialen, einer Uhr und rundbogigen Öffnungen bekrönt wird. Der lange Baukörper hat hohe Spitzbogenfenster zwischen Backsteinstrebepfeilern, ein niedrigeres Seitenschiff rechts und Feldsteinmauerwerk im unteren Bereich. Der neugotische Turm wurde 1877/78 nach Plänen von Johann Eduard Jacobsthal errichtet.
Die Mittenwalder Kirche entstand im 13. Jahrhundert als romanischer Feldsteinbau mit Westturm. Im 14. Jahrhundert wurde sie unter Wiederverwendung romanischen Mauerwerks zur dreischiffigen Backsteingotik-Hallenkirche mit Sterngewölben umgebaut. Anfang des 15. Jahrhunderts kam ein Umgangschor hinzu, 1539 wurde die Kirche lutherisch. Der neugotische Turm wurde 1877/78 nach Plänen von Johann Eduard Jacobsthal errichtet.
Die Kirche trägt das Patrozinium des heiligen Mauritius, des Schutzpatrons des Heiligen Römischen Reichs seit der Reliquienübertragung durch Otto I. nach Magdeburg. Ihr spätgotischer Schnitzaltar stammt von 1514, das Chorgestühl umfasst 45 Bildtafeln aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Im Inneren hängt die hölzerne Grabtafel von Paul Gerhardts 1657 gestorbener Tochter Maria Elisabeth.
Die Kirche ist das ganze Jahr über zugänglich und wird für Gottesdienste genutzt, wobei Besucher willkommen sind. Am besten erkundet man das Innere bei Tageslicht, um die Steinarbeiten und Fenster vollständig zu sehen.
Die vier eisernen Glocken im Westturm wurden 1956 von Schilling & Lattermann gegossen und hängen an gekröpften Jochen; sie erklingen in der Tonfolge f′–as′–b′–des″, dem sogenannten Parsifalmotiv. In der Kirche hängt zudem die hölzerne Grabtafel von Paul Gerhardts erster Tochter Maria Elisabeth, die am 14. Januar 1657 in Mittenwalde starb.
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