Bismarckschule, Architektonisches Bildungsdenkmal in Nürnberg, Deutschland.
Die Bismarckschule ist eine denkmalgeschützte Schulanlage im Nürnberger Stadtteil Schoppershof, 1902–1904 im Jugendstil nach Plänen von Georg Kuch und Carl Weber errichtet. Zwei viergeschossige, rechtwinklig zueinander stehende Flügel für Knaben und Mädchen verbindet ein Gebäudeteil mit Aula und Turnhalle. Ein 47 m hoher achteckiger Uhrturm überragt den Bau aus rotem Burgsandstein, dessen Fassaden Stuck und Sgraffiti tragen.
1879 entstand auf dem Gelände eine eigene Schule für das Dorf Schoppershof, die 1881 bereits 244 Kinder in drei Klassen unterrichtete. Nach der Eingemeindung Schoppershofs nach Nürnberg 1899 war sie zu klein, sodass 1902–1904 neben dem alten Schulhaus nach Plänen von Georg Kuch und Carl Weber ein neues Jugendstilgebäude errichtet wurde. 1945 beschädigten Granaten den Neubau und zerstörten das alte Schulhaus; die US-Armee besetzte die Schule, im Oktober 1945 begann der Unterricht im Schichtbetrieb.
Die Schule ist nach Otto von Bismarck benannt, der wenige Jahre vor Baubeginn 1902 gestorben war. Ihr bekanntester Schüler war der Schriftsteller Hermann Kesten, der 1906 eingeschult wurde und die Schule bis 1910 besuchte. Die Bauplastik verweist auf Schulfächer und Moralgeschichten: Reliefs mit Erdkugel, Turnerringen und Eule an der Ostseite sowie Struwwelpeter und Getreuer Eckart über den einstigen Knaben- und Mädcheneingängen.
Das Gebäude befindet sich in einem zentralen Wohnviertel Nürnbergs und ist zu Fuß leicht erreichbar. Da es als aktive Schule genutzt wird, ist es von außen am besten zu besichtigen oder bei speziellen Veranstaltungen und Führungen zu besuchen.
Der achteckige Uhrturm ist 47 Meter hoch und diente dem ganzen Stadtteil Schoppershof als Orientierungspunkt. An den Dachecken sitzen geflügelte Kröten, und ein Fisch als Wasserspeier speiste einst einen Brunnen an der Hauswand.
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