Kunstsammlungen der Veste Coburg, Kunstmuseum in Coburg, Deutschland.
Die Kunstsammlungen der Veste Coburg sind ein kulturgeschichtliches Museum in der namengebenden Burganlage über Coburg. Vier Schwerpunkte bestimmen die Sammlung: das Kupferstichkabinett, die Glassammlung, die historische Waffensammlung und die altdeutschen Meister um Lucas Cranach d. Ä. und seinen Umkreis. Seit 1998 nutzt das Museum die gesamte Veste und verbindet historische Räume mit moderner Inszenierung; zum Haus gehört das Europäische Museum für Modernes Glas in Rödental.
Um 1200 als eine der größten staufischen Wehranlagen errichtet, wurde die Veste in der Reformationszeit kursächsisches Schloss und bot Martin Luther während des Augsburger Reichstags 1530 Unterkunft. Bis 1802 diente sie als Garnison. Herzog Ernst I. begann 1837, die ruinöse Anlage unter der künstlerischen Leitung von Carl Alexander Heideloff im neugotischen Stil zu restaurieren; 1839 wurden die ersten Burgräume öffentlich zugänglich.
Ihren Namen verdanken die Kunstsammlungen den Coburger Herzögen, deren vielgestaltige Sammelinteressen die vier Schwerpunkte prägten: Kupferstichkabinett, Glassammlung, historische Waffensammlung und altdeutsche Meister um Lucas Cranach d. Ä. und seinen Umkreis. Aus dem Nachlass Herzog Alfreds stammt die mehrere tausend Objekte umfassende Kollektion venezianischer Gläser, die den Ruf der Glassammlung begründete.
Die gesamte Veste wird von den Kunstsammlungen genutzt, sodass der Besuch historische Räume und moderne museale Inszenierung im selben Komplex umfasst. Die Baulichkeiten gehören dem Freistaat Bayern, der die Baulast trägt, während die Coburger Landesstiftung Trägerin der Sammlungen ist. Das Nutzungsrecht der herzoglichen Familie am Fürstenbau erlosch 1998; danach wurde dieser saniert und für das Museum geöffnet.
Der schmerzlichste Verlust der Sammlungen ist der Brautwagen Johann Friedrichs des Großmütigen von 1527, der trotz umsichtiger Auslagerung im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Zum Bestand gehört zudem die 1860 erworbene Türkenbeute des Prinzen Friedrich Josias von Sachsen-Coburg-Saalfeld und seines Sohnes Friedrich Freiherr von Rohmann.
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