Templer-, später Johanniterkommende Lietzen, Mittelalterliches Kloster in Lietzen, Deutschland
Die Komturei Lietzen ist eine ehemalige Templerkomturei auf erhöhtem Platz mit einem Fischteich im Südosten. Die Kirche ist eine dreijochige Feldsteinsaalkirche mit fünfseitigem Chor und spätgotischem Sterngewölbe; östlich steht das zweigeschossige Herrenhaus aus Feldstein mit Walmdach, und Feldsteinmauern aus dem späten 13. Jahrhundert umschließen etwa 20 Hektar.
Lietzen wird 1244 erstmals urkundlich im Zehntvertrag mit dem Bischof von Lebus erwähnt, bestand vermutlich aber schon 1229. Nach der Auflösung des Templerordens 1312 übernahm der Johanniterorden den Besitz 1318. Mit der Säkularisation kam die Komturei 1812 an Preußen; 1814 schenkte König Friedrich Wilhelm III. sie seinem Staatskanzler Karl August von Hardenberg.
Die Komtureikirche birgt einen Kanzelaltar von um 1710, flankiert von Figuren des Mose und Johannes des Täufers, mit den Wappen derer von Schlieben und von Wolff. Ein schwebender Taufengel stammt von 1730, drei Glocken wurden 1698 in Stettin gegossen. Die Kirche gehört zu den Offenen Kirchen.
Teile des Geländes und die Kirche sind für Besucher zugänglich, wobei man am besten vorher informiert, welche Bereiche offen sind. Geführte Touren können vor Ort oder im Voraus arrangiert werden, um mehr über die Geschichte zu erfahren.
Das älteste datierbare Stück der Kirche ist eine Ritzgrabplatte aus Kalkstein für Magister Johannes de Neundorf († 1276) an der Südwand, das älteste Zeugnis dieser Art in der Region. Drei Glocken goss 1698 Johann Jakob Mangold aus Stettin, eine Turmuhr mit Steingewicht schuf 1791 M. Wangerin aus Küstrin.
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