Franziskanerkirche, Franziskanerkirche in Miltenberg, Deutschland.
Die ehemalige Franziskanerkirche Unbefleckte Empfängnis Mariens in Miltenberg ist eine Barockkirche nach dem Vorbild der gotischen Bettelordenskirchen: eine siebenjochige Saalkirche mit einem von Gurtbögen unterteilten Tonnengewölbe, einem zweijochigen, eingezogenen Chor und einem Dachreiter statt eines Kirchturms. Die graue Steinfassade zeigt zwei runde Fenster, ein skulptiertes Bogenportal und rötliche Eckquader; über dem steilen rotbraunen Ziegeldach erhebt sich ein schlanker dunkler Spitzhelm mit Laterne und Kreuz.
Der Franziskanerkonvent wurde 1630 gegründet und gehörte zur Thüringischen Provinz. Nach Jahren von Krieg und Pest entstand 1660–1662 das Kloster mit Kapelle, 1667 begann nach Plänen Antonio Petrinis der Kirchenbau; 1679 war das Langhaus fertig, 1688 der Chor, 1707 wurde die Kirche eingewölbt. 1803 säkularisiert, ab 1836 wieder von Franziskanern besiedelt, wurde der Konvent 1983 aufgelöst.
1688 wurde die Kirche unter dem Patrozinium Mariä Himmelfahrt geweiht; 1843 wechselte der Konvent zum Patrozinium Unbefleckte Empfängnis Mariens, einer von Franziskanertheologen seit Jahrhunderten vertretenen Lehre, die 1854 zum Dogma erhoben wurde. Von der originalen Ausstattung sind die figurenreiche Kanzel und der Prospekt der Öhninger-Orgel von 1681 erhalten.
Das Gebäude ist von außen frei zugänglich und kann zu Fuß vom Marktplatz erreicht werden, der nur wenige Gehminuten entfernt liegt. Besucher sollten beachten, dass Andachtszeiten vorrangig sind und der Innenraum während Gottesdienste möglicherweise nicht besichtigt werden kann.
Die Kirche hat keinen Turm: Auf dem rotbraunen Ziegeldach sitzt ein kleiner Dachreiter mit Laterne und Kreuz. Von der ursprünglichen Ausstattung sind die figurenreiche Kanzel und der Prospekt der 1681 vom konventsangehörigen Orgelbauer P. Adam Öhninger gebauten Orgel erhalten.
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