St. Marien, Gotische Kirche in Kemberg, Deutschland.
St. Marien ist eine dreischiffige gotische Hallenkirche aus Backstein, etwa 45 Meter lang und 22 Meter breit, mit fünf Jochen, 5/8-Apsis und Sterngewölbe. Der 86 Meter hohe neugotische Turm steht leicht vom Kirchenschiff entfernt und ist über einen Verbindungsbau angeschlossen; für sein Fundament wurden 137 sieben Meter lange Eichenpfähle in den Boden gerammt.
St. Marien entstand zwischen 1290 und 1340 und wurde 1346 geweiht, nachdem die Propstei wegen häufiger Überschwemmungen von Pratau nach Kemberg verlegt worden war. Um 1375 war Nikolaus von Riesenburg Propst, später Bischof von Konstanz und Olmütz. 1521 wurde Bartholomäus Bernhardi, Luthers Freund, der erste Propst, der die evangelische Lehre verkündete, und der erste evangelische Pfarrer, der heiratete. In der Nacht vom 21. auf den 22. Februar 1546 wurde Luthers Leichnam hier aufgebahrt.
Die Kirche heißt auch Kirche Unser Lieben Frauen. Die steinerne Kanzel von 1590 zeigt die vier Evangelisten, an der Treppe Jakobs Traum von der Himmelsleiter. Der achteckige Taufstein von 1617 wird von einem Engel getragen, und 35 Bilder an der Südempore stellen Szenen aus dem 1. Buch Mose dar.
Das Gebäude kann von April bis Oktober täglich besucht werden, während Besuche im Winter nach vorheriger Absprache mit der Pfarrei möglich sind. Es lohnt sich, die Öffnungszeiten vorher zu überprüfen und bei größeren Gruppen im Voraus Bescheid zu geben.
In der Nacht vom 21. auf den 22. Februar 1546 wurde Luthers Leichnam auf dem Weg von Eisleben nach Wittenberg in dieser Kirche aufgebahrt, veranlasst von Propst Bartholomäus Bernhardi. Bernhardi, Luthers Freund, war 1521 der erste evangelische Pfarrer, der trotz seines Priestergelübdes heiratete.
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