Schloss Warmsdorf, Schloss in Güsten, Sachsen-Anhalt, Deutschland
Schloss Warmsdorf ist ein ehemaliges Schloss bei Güsten in Sachsen-Anhalt, das auf eine mittelalterliche Wasserburg zurückgeht. Der Nordflügel, der „Georgsbau“, ist ein dreistöckiger Bruchsteinbau von 1552 auf Burgfundamenten mit einem Tonnengewölbe im Erdgeschoss und dreifachen Vorhangbogenfenstern von um 1520. Zum Gelände gehören außerdem ein klassizistisches Herrenhaus aus Ziegelputz vom frühen 19. Jahrhundert und steinerne Wirtschaftsgebäude.
Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Burg 1269, möglicherweise bestand sie seit dem 10. Jahrhundert. Um 1205 tritt die Familie von Warmsdorf auf, 1339 zählt das Kloster Ilsenburg zu den Besitzern. 1532 kam die Anlage an die Fürsten von Anhalt; nach der Landesteilung 1546 wandelte Georg III. die mittelalterliche Wasserburg in ein Residenzschloss um und ließ 1552 den Nordflügel errichten. 1603 fiel sie an Anhalt-Köthen, 1847 an die Dessauer Linie.
Der Name Warmsdorf stammt von dem Adelsgeschlecht von Warmsdorf, das um 1205 mit Eberhard von Warmsdorf erwähnt wird. Im Schlossgarten steht die Georgskapelle nahe dem Standort der alten Warmsdorfer Kirche; sie beherbergt eine kleine Ausstellung über Fürst Georg III., dessen Studierzimmer sich dort von 1551 bis 1553 befand.
Die Burg liegt in Güsten an den Koordinaten 51,77898 Breite und 11,58164 Länge und ist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Besucher sollten festes Schuhwerk tragen, da der Zugang zu den verschiedenen Bereichen des Gebäudes Treppen und unebene Flächen beinhaltet.
Der mittelalterliche Bergfried aus dem 12. bis 13. Jahrhundert wurde in den 1960er Jahren aus Sicherheitsgründen abgetragen; der Kern der Rundburg steht nicht mehr. Ratke saß 1619 neun Monate im Schlossturm, angeklagt wegen Ketzerei, Betrügerei und Zugehörigkeit zu den Rosenkreuzern.
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