St.-Bartholomäus-Kirche, Kirchengebäude in Golzwarden, Deutschland
Die St.-Bartholomäus-Kirche ist eine Saalkirche aus rotem Backstein in Golzwarden mit steilem Satteldach und einem schlanken Dachreiter mit oktogonalem Spitzhelm im Westen. Das Langhaus ist 29,50 Meter lang, 8,50 Meter breit und rund 8 Meter hoch; ein großer spitzbogiger Triumphbogen öffnet es zum niedrigeren, um zwei Stufen erhöhten polygonalen Chor. Fenster- und Portalumrahmungen bestehen aus Sandstein.
Eine Kirche in Golzwarden wird erstmals am 6. Dezember 1263 urkundlich erwähnt, als sie von der Mutterkirche Rodenkirchen getrennt und ein eigenes Kirchspiel wurde; sie wurde dem Apostel Bartholomäus geweiht. Die backsteinerne Saalkirche des 13. Jahrhunderts auf einer zwei Meter hohen Wurt endete in einer spätromanischen Apsis. Eine Brandschicht stützt den Bericht der Hamelmann-Chronik von 1599, dass Dorf und Kirche 1375 unter Konrad II. von Oldenburg abbrannten; die Grundmauern wurden im 14. Jahrhundert neu aufgeführt. Der wuchtige wehrhafte Westturm, „de starkeste torne in Vresschlande“, wurde im 15. Jahrhundert abgerissen, nachdem Bremen 1414 das Stadland erobert und die Kirche belagert hatte; der Bremer Erzbischof ordnete die Entfestigung an. Die Apsis wurde im 15. Jahrhundert durch einen gotischen Polygonalchor ersetzt, der Westturm 1514 endgültig niedergelegt und aus dem Abbruchmaterial ein solitärer Glockenstuhl errichtet.
Das Kirchspiel trägt den Namen des Apostels Bartholomäus, dem die Kirche geweiht wurde, als sie sich am 6. Dezember 1263 von der Mutterkirche Rodenkirchen löste. Im Dachreiter hängt eine Glocke von 1663 aus der Werkstatt des Bremer Gießers Claudi Gage, im freistehenden Glockenturm eine Glocke von Ghert Klinghe aus dem Jahr 1440, die für St. Nikolai in Edewecht gegossen, 1538 geraubt und nach Golzwarden verkauft wurde.
Die Kirche steht auf einer zwei Meter hohen Kirchenwarft am nördlichen Ortsrand von Golzwarden, der freistehende Glockenturm etwa 10 Meter westlich des Schiffs. Das Südportal, vermutlich einst das Hauptportal, ist überwölbt; das Nordportal ist vermauert. Die Westgiebelseite ist verputzt, anders als das übrige Backsteinmauerwerk. Nach dem Dachstuhlbrand vom 4. Juli 2019 dauerten die Reparaturen von 2020 bis 2023, die Wiedereinweihung fand am 1. Oktober 2023 statt.
Das Gebäude hat einen unabhängigen Glockenturm, der etwa 10 Meter westlich des Kirchenschiffs steht und 1514 erbaut wurde. Dieser separaten Turm wurde aus Materialien des ursprünglichen westlichen Turms errichtet, was eine praktische Lösung für die damalige Zeit zeigt.
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