Liebfrauenkirche, Katholische Kirche in Ravensburg, Deutschland
Die Liebfrauenkirche ist eine römisch-katholische Kirche am nördlichen Eingang zur Ravensburger Altstadt, erbaut zwischen 1279 und 1360. Weiße Wände und ein graues Schieferdach umschließen einen Bau mit hohen spitzbogigen Fenstern, einem quadratischen Turm mit gepaarten rundbogigen Schallöffnungen und Zifferblatt sowie einem niedrigeren oktogonalen Türmchen links an der Fassade. Der Hochchor ist für eine Pfarrkirche ungewöhnlich lang.
Die Bauarbeiten begannen Ende des 13. Jahrhunderts und erstreckten sich über etwa 100 Jahre bis zur Vollendung. Sie entstand als zweite Pfarrkirche der Stadt und stand in Verbindung mit der nahegelegenen Abtei.
Die Bruderschaft der Kirche war dem heiligen Andreas geweiht; sechs große Wandgemälde von Gebhard Fugel über dem Chorgestühl zeigen seine Legende und Szenen aus dem Leben Jesu. Derselbe Künstler malte die Kreuzwegstationen zwischen den Langhausfenstern, die restauriert wurden. Die Gemälde sind heute sehr dunkel und in schlechtem Zustand.
Die Kirche steht am nördlichen Eingang zur Ravensburger Altstadt an der Herrenstrasse, deren Name an die Wohnhäuser der mittelalterlichen Chorgeistlichkeit erinnert. Das Westportal liegt zur Straße; der Hochchor ist für eine Pfarrkirche ungewöhnlich lang, weil ihn einst ein Lettner vom Schiff trennte, dessen Fundamente 2010 ergraben wurden.
Die Schutzmantelmadonna im südlichen Seitenschiff ist eine Kopie; das Original aus Lindenholz von 1480, das der Ulmer Student Michel Erhart übergab, ein Werk der spätgotischen Ulmer Schule, steht heute in der Skulpturensammlung im Bode-Museum in Berlin. Die Kirche besitzt zudem ein Sakramentshaus aus Rorschacher Sandstein, dessen spätgotische Formen an das Sebaldusgrab in Nürnberg erinnern.
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