Hardtkapelle, Kapelle in Wielenbach, Deutschland
Die Hardtkapelle ist ein verputzter Saalbau von 1865/1866 beim Gehöft Hardt in Wielenbach, mit einem Turm mit Spitzhelm an der Westfassade und einem stark eingezogenen Polygonalchor. Die weiße Stirnwand hat drei hohe, schmale Bogenfenster mit dunklem Maßwerk; im Tympanon des Portals ist ein verwittertes Relief des thronenden Christus mit zwei Bittstellern zu sehen.
Die Kapelle wurde 1865/1866 nahe dem Gehöft Hardt erbaut und ist der heiligen Anna, der Mutter Marias, geweiht. Ein Stein mit fußabdruckförmiger Vertiefung, der Teufelstritt, stammt aus einem Vorläuferbau an gleicher Stelle; zu seinem Schutz wurde darüber eine Kapelle errichtet. Der Legende nach entstand die Vertiefung um 1250 bei einem Streit um Weiderechte zwischen den Pfarrsprengeln Haunshofen und Weilheim.
Schutzpatronin ist die heilige Anna, die Mutter Marias; den Altar flankieren Wandgemälde mit Anna und Joachim, ihren Eltern. Der Schnitzaltar enthält eine Madonna mit Kind, eine Kopie Johann Baptist Baaders (um 1765/69) nach einem Gemälde Cranachs, die als Gnadenbild gilt. Das Antependium zeigt die Legende vom Teufelstritt mit den beiden Streitparteien und einem jungen Schlichter, der seinen linken Fuß in einen Stein setzt.
Die Kapelle steht beim Gehöft Hardt außerhalb von Wielenbach, nördlich davon der neugotische Kreuzweg mit 15 Stationen aus Tuffstein. Die Umgebung ist offenes Landwirtschaftsgelände, kein ausgewiesenes Schutzgebiet; der Zugang erfolgt zu Fuß über die umliegenden Wege, für die Stationen sollte man Zeit einplanen.
Der Stein mit dem fußförmigen Loch stammt der Überlieferung nach aus einem Vorläuferbau an gleicher Stelle. Die Legende datiert ihn um 1250: Beim Streit um die Weiderechte zwischen Haunshofen und Weilheim schlug der Teufel seinen Huf in den Stein und rief, der Hardt sei Haunshofer Gemeinde. Über dem Stein wurde zu seinem Schutz die Kapelle erbaut.
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