Sonnenhaus, Architektonisches Denkmal in Lichtenfels, Deutschland.
Das Sonnenhaus in der Kronacher Straße 21 ist eine 1914 im Stil des späten Jugendstils errichtete Villa des Architekten August Berger. Es ist ein eingeschossiger, giebelständiger Bau mit Frackdach, polygonalem Standerker und traufseitigem Zwerchhaus; auf der Westseite wirkt es unter dem weit heruntergezogenen Dach eingeschossig, obwohl es auf vier Ebenen geplant und ausgeführt wurde. Eingangsbereich und Treppenhaus besitzen mehrfarbig bemalte Bleiglasfenster der Coburger Kunstglaserei Bringmann und Schmidt.
Die Villa wurde 1914 vom Architekten August Berger für den Kaufmann und Kunstsammler Otto Bamberger errichtet, der sie mit seiner Familie bis 1933 bewohnte, seine Angehörigen bis 1938. Seit 1994 steht sie unter Denkmalschutz. Am 10. November 1938 wurde das Haus beschlagnahmt und seine Sammlung expressionistischer Kunst geraubt.
Der Name „Sonnenhaus“ ist durch zahlreiche zeitgenössische Quellen belegt; Post an „Otto Bamberger, Lichtenfels“ genügte für die Zustellung. Die Villa galt als kultureller Mittelpunkt der Stadt: Hier fanden regelmäßige Literaturabende statt, Bildhauer, Grafiker, Kunstmaler, Zeichner, Literaten und Kunsthistoriker gingen aus und ein. Während der NS-Zeit wurden die Gäste wegen der antisemitischen Diskriminierung der Bewohner zunehmend weniger.
Das Haus kann von außen von der öffentlichen Straße aus betrachtet werden und ist das ganze Jahr über zugänglich. Der beste Blick auf die Fassade und architektonischen Details erhält man von den benachbarten Straßenzügen aus.
Die Villa war wohl das einzige private Gebäude reichsweit, das vollständig mit Möbeln, Leuchten und Accessoires des Bauhauses im Stil der Neuen Sachlichkeit ausgestattet war. Die farbig bemalten Bleiglasfenster führte die Coburger Kunstglaserei Bringmann und Schmidt aus; eines zeigt einen bärtlosen Hermes mit Flügelhelm und Hermesstab.
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