St. Michael, Gotische Kirche in Neunkirchen am Brand, Deutschland
St. Michael ist eine einschiffige gotische Kirche aus hellgrauen Steinquadern mit steilem rotbraunem Ziegeldach, einem polygonalen Chor mit Maßwerkfenstern und Strebepfeilern sowie einem quadratischen Westturm mit Pyramidendach. Im Inneren trennen Arkaden auf Achteckpfeilern das flachgedeckte Hauptschiff vom nördlichen Seitenschiff mit Rippengewölbe.
Eine einschiffige Kirche des 11./12. Jahrhunderts wurde um 1270/1280 umgebaut; in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts entstand der Kreuzgang, und der Chor wurde neu erbaut. Um 1400 wurde das Langhaus erweitert und ein Seitenschiff angefügt, vor 1437 die Marienkapelle erbaut. Nach Aufhebung des Stifts 1552 wurde der Turm erhöht, um 1690 das Hauptschiff, und 1702 wurde der Ostflügel zum Pfarrhaus ausgebaut.
Die Kirche bewahrt Übertragungen des Marienlebens von Albrecht Dürer aus der Zeit um 1520 und zwei Altarflügel von 1480/1490, die Hans Traut dem Älteren zugeschrieben werden. Im Seitenschiff zeigen Fragmente der Wandbemalung einen Schmerzensmann und eine Madonna um 1430. Eine Holzfigur des heiligen Michael von etwa 1500 steht heute an der Empore.
Die Kirche ist über das Stadtzentrum von Neunkirchen am Brand zu Fuß erreichbar und hat von außen einen guten Überblick. Besucher sollten beachten, dass die Öffnungszeiten variieren und es empfohlen ist, vorher zu überprüfen, ob sie zugänglich ist.
Der Anbau an der Nordwand trägt die Jahreszahl 1492 und enthält eine Ölberggruppe, eine vereinfachte Fassung der Vorhalle an der Nordseite der Nürnberger Lorenzkirche. Erhalten ist auch die Rotmarmorplatte für Wolfram von Egloffstein, gestorben 1459, mit dem Bild des Verstorbenen.
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