St. Ägidius, Katholische Kirche in Vilseck, Deutschland.
St. Ägidius ist eine katholische Pfarrkirche in Vilseck, deren weiße Fassade mit beiger Steinrahmung über einer breiten Steintreppe aufragt. Ein schräg gestellter, achteckiger Erker springt dem Betrachter entgegen; das Dach aus rotbraunen Ziegeln trägt vorn eine kleine Steinfigur des heiligen Ägidius. Das dunkle hölzerne Doppeltor liegt unter einem hohen, verzierten Fenster mit geschwungenem Abschluss; rechts befinden sich zwei hohe Bogenfenster mit grauem Glas und zwei Rundfenster. Das 1751–1753 neu erbaute Langhaus trifft auf einen 1407 begonnenen gotischen Chor.
Die Pfarrei ist seit 1232 nachweisbar und wurde zu Beginn des 15. Jahrhunderts mit Schlicht vereinigt. Der Neubau der gotischen Kirche begann 1407 unter Einbeziehung der Reste eines romanischen Vorgängerbaus aus dem 11. Jahrhundert. Das Langhaus wurde 1751 bis 1753 von Maurermeister Wendel Schwesinger unter Leitung des Bambergers Johann Jakob Michael Küchel neu erbaut. Seit 1661 gehört die Pfarrei zum Bistum Regensburg, vorher zum Bistum Bamberg.
Der Name Ägidius bezieht sich auf den heiligen Ägidius, einen verehrten Schutzpatron, dessen Darstellungen und religiöse Werke im Innenraum zu sehen sind. Die Ausstattung zeigt Barockstile mit kunstvoll geschnitzten Reliefs und mehreren Altären, die das religiöse Leben der Gemeinde widerspiegeln.
Die Kirche steht auf einer gestuften Steinmauer über einer breiten Freitreppe; der Eingang liegt hinter dem dunklen hölzernen Doppeltor unter dem hohen, oben gerundeten Fenster. Das Pfarrhaus grenzt unmittelbar an. Nach dem Brand von 2013 wurde der Innenraum am 18. April 2015 wieder eröffnet; die zerstörte Kanzel soll rekonstruiert werden, ein dreidimensionales Modell dafür ist bereits erstellt.
Die Orgel von 1979 aus der Werkstatt G. F. Steinmeyer & Co. hat 27 Register auf zwei Manualen und Pedal, ihr Prospekt mit Akanthusornamenten stammt jedoch von einer Orgel, die Elias Hößler aus Lauf 1729 baute. An der Südwand steht zudem eine Gruppe der Vierzehn Nothelfer mit dem Christkind: Elf Figuren stammen vom Anfang des 16. Jahrhunderts, die übrigen wurden im 18. Jahrhundert ergänzt.
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