St. Nikolai, Gotische Kirche in Geithain, Deutschland.
Die Nikolaikirche in Geithain ist ein steinerner Bau mit zwei quadratischen Westtürmen, die hoch aufragen und Spitzendächer tragen. Die Struktur zeigt klare Linien mit einer länglichen Grundform und mehreren Fensteröffnungen entlang der Wände.
Der zweitürmige Westbau stammt von einer romanischen Basilika, vergleichbar der Kirche des nahen Klosters Wechselburg. Im 14. Jahrhundert wurde der romanische Chor durch einen doppelt so großen gotischen Chor ersetzt. 1504 begann der Bau des dreischiffigen Langhauses, wofür der gotische Chor teilweise abgerissen wurde; das geplante Gewölbe entstand nie, stattdessen wurde eine Flachdecke eingebaut, die Adam Schilling 1594/95 bemalte.
Die flache Holzdecke, 1594/95 von Adam Schilling bemalt, zeigt das kursächsische Wappen, die Dreieinigkeit, den Brandenburger Adler, die Taufe Jesu, das Wappen derer von Bünau, das Weltgericht und das Stadtwappen, an den Rändern die Apostel. Im Nordschiff sind der heilige Nikolaus und ein Bildnis Philipp Melanchthons zu sehen, im Südschiff das Künstlerwappen und ein Bildnis Luthers.
Das Langhaus ist etwa 30 Meter lang, 24 Meter breit und 14 Meter hoch; Bankreihen säumen einen Mittelgang zum Chor. Der Westeingang führt durch ein romanisches Portal mit dreifach gestuftem Gewände. Der beim Bau des Langhauses verkürzte Chor endet in einem leicht unregelmäßigen Fünfachtelschluss.
Das romanische Westportal hat eine dreifach gestufte Gewände mit Dreiviertelsäulen, deren Kapitelle Palmetten- und Flechtbandornament tragen; das Tympanon ist mit Flechtband verziert. Darüber birgt die Westfassade eine Gruppe aus drei Spitzbogenfenstern, wohl aus dem 14. Jahrhundert.
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