Kraftwerk Tullnau, Historisches Elektrizitätswerk in Nürnberg, Deutschland.
Das Kraftwerk Tullnau ist ein Industriegebäude in Nürnberg mit markanter Backsteinarchitektur, großen Fenstern und einem charakteristischen Schornstein. Das Hauptgebäude beherbergt die ehemals als Maschinenhaus genutzte Dynamo-Halle, die heute für verschiedene Zwecke umgenutzt wird.
Oskar von Miller erstellte 1893 das Konzept für eine öffentliche Stromversorgung, im Februar 1894 wählte der Stadtrat die Wechselstromtechnik. Am 2. März 1895 erhielt die Firma Schuckert den Auftrag, im März 1896 ging die Anlage bei Baukosten von 1,2 Millionen Mark in Betrieb. Nach der Inbetriebnahme des Kraftwerks Gebersdorf der Großkraftwerk Franken AG am 19. April 1913 wurde das Werk Tullnau stillgelegt.
Der Name Tullnau stammt vom Stadtteil, in dem das Werk stand, gewählt wegen der Kohlelieferungen über die benachbarten Bahnlinien und des Wassers für die Dampfkessel. Nach der Stilllegung der Dynamohalle 1913 nutzten die Städtischen Werke die Gebäude, und hier befand sich ein „Kabelmuseum“, dessen Sammlung später an das Museum Industriekultur überging. Heute dient die Halle als Kindergarten.
Erhalten ist nur die Dynamohalle; Kesselhaus, Kopfbau und Dienstwohngebäude wurden 2011 abgerissen, suchen Sie also die verbliebene Halle und nicht eine vollständige Anlage. In der Halle ist heute ein Kindergarten untergebracht, während der Betriebszeiten ist sie für Besucher nicht offen. Das Gelände liegt im Tullnau-Viertel an den Bahnlinien, über die einst die Kohle kam.
Die Starkstromabteilung des Deutschen Museums in München führt das Kraftwerk als Beispiel der frühen Wechselstrom-Elektrifizierung an: Ein Schnittmodell zeigt den Zustand zur Inbetriebnahme, eine Schautafel seine Geschichte und das Verteilnetz Nürnbergs. Die erhaltene Dynamohalle wurde nach 2011 zu einem Kindergarten umgebaut.
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