Villa Sack, Neobarockevilla in Plagwitz, Deutschland
Die Villa Sack ist ein freistehendes, von der Straße zurückgesetztes neobarockes Haus an der Karl-Heine-Straße 12 auf einer Grundfläche von etwa 36 mal 20 Metern. Es hat zwei Geschosse über einem hohen Sockelgeschoss, fünf Fensterachsen zur Straße und vier auf den Giebelseiten, eine mit Tuffstein belegte, durch flache Pilaster gegliederte Fassade und ein Mansardwalmdach mit ausgebauter Etage. Zum Anwesen gehören ein Wintergarten, ein Erker und ein winkelförmiges Nebengebäude mit Krüppelwalmdach.
Fritz Sack, Mitinhaber der Landmaschinenfabrik Rudolph Sack, ließ das Haus 1909 nach Entwürfen des Büros Schmidt & Johlige errichten, an dem sein Schwager Arthur Johlige beteiligt war. 1933 betrieb die Universität Leipzig es als „Kameradschaftshaus“ der Studentenschaft, 1939/40 zogen zwei Abteilungen der Gestapo ein. Am 1. Januar 1941 wurde es Eigentum des Deutschen Reichs; im Zweiten Weltkrieg wurde das Dach zerstört.
Das Gebäude war nach 1950 ein Freizeittreffpunkt mit Bedeutung für lokale Gemeinschaften. Es verkörpert die Art, wie Räume in verschiedenen Epochen umgenutzt wurden, um neue Funktionen zu erfüllen.
Das Gebäude wurde von 1995 bis 1997 grundlegend renoviert, einschließlich des Einbaus eines Aufzugs in alle Stockwerke. Die Zugänglichkeit ist somit für Besucher auf verschiedenen Ebenen verbessert worden.
Seit dem 1. Juli 2026 sind drei Strafsenate des Bundesgerichtshofs in der Villa Sack ansässig: Der 5. Senat nahm am 14. Juli 1997 seine Tätigkeit auf, der 6. wurde am 15. Februar 2020 hier wiedererrichtet, den 7. richtete das Bundesministerium der Justiz ein. Im Inneren sind restaurierte Stuckdecken und drei kleine Wandbrunnen mit Mosaiken erhalten.
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