St. Johannes der Täufer, katholische Pfarrkirche in Ratheim, Hückelhoven, Deutschland
St. Johannes der Täufer ist die römisch-katholische Pfarrkirche in Ratheim, Hückelhoven, etwas zurückversetzt an der Straße Am Kirchberg und von einer kleinen Grünanlage umgeben. Sie ist eine dreischiffige Hallenkirche im Stil der Gotik und Neugotik mit vierjochigem Langhaus, dreigeschossigem eingezogenem Westturm mit barocker Haube, Querschiff, Seitenchören und fünfseitig geschlossenem Chor. Der rotbraune Backsteinbau hat ein dunkles Satteldach, spitzbogige Fenster mit zweibahnigem Maßwerk und einen quadratischen Dachreiter über der Vierung.
In Ratheim bestand schon im 12. Jahrhundert eine Kirche, die 1305 erstmals urkundlich erwähnt wurde, als der Heinsberger Stiftsdechant Arnold von Ratheim dem Stift St. Gangolf den Ratheimer Hof schenkte. Vom romanischen Saalbau des 11. oder 12. Jahrhunderts sind Mauern im Mittelschiff erhalten; im 15. Jahrhundert erhielt die Kirche ein Gewölbe, das südliche Seitenschiff, einen neuen Chor und den heutigen Glockenturm. Nach Abbruch des Chores plante der Kölner Baumeister Friedrich von Schmidt Querschiff und Choranlage mit Sakristei, errichtet ab 1861 und geweiht am 28. Oktober 1868. 1971/72 folgte ein nördliches Seitenschiff im gotischen Stil.
Die Pfarre trägt den Namen Johannes des Täufers, dem die Kirche geweiht ist. Ihr Gebiet reichte einst über Ratheim hinaus: Schaufenberg und Millich gehörten bis 1969 dazu, Altmyhl wurde 1979 nach Ratheim umgepfarrt. Die vier Bronzeglocken der Gießerei Otto von 1905 erklingen im Motiv „Veni sancte spiritus“.
Die Kirche liegt etwas zurückversetzt an der Straße Am Kirchberg im Ortskern von Ratheim und ist von einer kleinen Grünanlage umgeben. Sie ist unter Nummer 2 in die Liste der Baudenkmäler in Hückelhoven eingetragen. Zur Pfarre zählen auch Altmyhl mit der Kapelle St. Josef sowie Busch, Faulendriesch, Garsbeck, Gendorf, Klaerhof, Krickelberg und Vogelsang.
Im Turm hängen vier Bronzeglocken der Glockengießerei Otto aus dem Jahr 1905. Drei mussten im Zweiten Weltkrieg für Rüstungszwecke abgeliefert werden, doch keine wurde eingeschmolzen, und alle kehrten unversehrt nach Ratheim zurück. Sie erklingen im Motiv „Veni sancte spiritus“.
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