Hechtbrunnen Teterow, Historischer Brunnen in Teterow, Deutschland
Der Hechtbrunnen ist ein 1914 errichteter Zierbrunnen, der nicht in der Mitte, sondern versetzt nahe dem Teterower Rathaus steht. Ein knapp drei Meter großes Becken trägt ein kleineres mit plattdeutscher Inschrift; darin steht eine Säule mit dem bronzenen „Hechtjungen“, der einen kapitalen Hecht auf den Schultern trägt.
Im März 1912 veröffentlichte der Magistrat einen Aufruf zur Schenkung eines Marktbrunnens; mehr als 1.200 Mark kamen zusammen, darunter 300 Mark des in Teterow geborenen Kapitäns Karl Kaempff und 2.000 Mark, die Auguste Lehmann aus Chicago in Aussicht stellte. Den Auftrag erhielt Bildhauer Wilhelm Wandschneider; am 17. Mai 1914 wurde der Brunnen mit einem Volksfest enthüllt. Vor dem 3. Teterower Heimatfest 1992 wurde er umfassend restauriert.
Der Brunnen erzählt die Hechtsage, eine Schildbürgergeschichte: Die Stadtväter setzten einen gefangenen Hecht mit einer Glocke um den Hals zurück in den See, um ihn vor dem Königsschuss wiederzufinden, und der Fischer kerbte die Stelle im Boot ein. Paul Warncke verfasste die plattdeutsche Inschrift am oberen Becken, die von klugen, dummen und hochnäsigen Leuten handelt.
Der Brunnen liegt im Stadtzentrum und ist leicht zugänglich von den meisten Orten in Teterow zu erreichen. Der Bereich rund um den Brunnen ist offen und bietet Raum zum Spazieren und Erkunden der unmittelbaren Umgebung.
Für den Knaben mit dem Hecht stand kein Enkel Wandschneiders Modell: Sein erster Enkel kam erst 1924 zur Welt. Der Bildhauer nannte die Figur einen „kleinen Herkules“ in der Größe eines Zweijährigen. 1981 erlaubte die Stadt dem Ehrenbürger Horst Klinkmann eine Kopie, unter der Bedingung, keine direkte Abformung zu schaffen; der autorisierte Bronzeguss, 1990 in Berlin gefertigt, steht seit 1991 im niederländischen Kampen.
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