St. Vincentius, Katholische Kirche in Haselünne, Deutschland
Die St. Vincentius-Kirche ist ein Backsteinbau mit Hallenkirchenarchitektur, der drei Schiffe und vier Joche mit schlanken runden Pfeilern unter Sternengewölben vereint. Der Innenraum wirkt hell und strukturiert durch die regelmäßig angeordneten Stützen und das aufwendig gestaltete Deckenwerk.
Die heutige Backsteinhallenkirche entstand im letzten Drittel des 15. Jahrhunderts; das rechteckige Chorjoch mit Fünfachtelschluss ist auf 1509 datiert. Der Westturm wurde 1471 erhöht und mit Bentheimer Sandstein verkleidet, sein heutiger Abschluss stammt von 1860. Eine Inschrift im Chor nennt den Rektor Herbord Monnich, der 1376 bei einem Bauunfall ums Leben kam; der leicht nach Norden verschobene Turm scheint zu einem dreischiffigen Vorgängerbau des 13. Jahrhunderts gehört zu haben.
Die Pfarrkirche ist dem heiligen Vinzenz gewidmet; sein Martyrium zeigt ein Altarbild von 1716 aus der Hand Ferdinand Abshovens, daneben eine Mariä Himmelfahrt. Im nördlichen Seitenschiff stehen die Sandsteinepitaphe für Rudolf von Langen zu Schwarzenburg († 1610) und Caspar von Monnich († 1662) mit knienden Stifterfamilien zwischen Säulen und Wappenreihen.
Die Kirche ist Ort regelmäßiger Gottesdienste und wird auch für Gemeindeversammlungen und besondere Anlässe genutzt. Besucher sollten beachten, dass die zugängliche Zeit an den Veranstaltungskalender gebunden ist.
Zwei historische Glocken aus dem Jahr 1406 und 1516, beide von Glockengießer Wolter Westerhues gegossen, sind noch heute in Betrieb. Diese seltenen Überbleibsel mittelalterlicher Handwerkskunst erklingen noch immer zu Gottesdiensten und besonderen Gelegenheiten.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 92.848 Mitwirkenden weltweit.