Kelle-Teufelskanzel, Naturschutzgebiet in Bornhagen und Lindewerra, Deutschland
Kelle-Teufelskanzel ist ein Naturschutzgebiet am steilen Westabfall des Höhebergs, wo das Kelletal auf nur 1400 Metern rund 365 Meter zur Werra hin abfällt. Die Teufelskanzel ist eine etwa 25 Meter hohe, fast senkrechte Hangkante aus Mittlerem Buntsandstein auf rund 452 Metern Höhe. Das Schutzgebiet bewahrt aus Niederwald hervorgegangene Wälder und grenzt an das hessische Naturschutzgebiet Harthberg.
Das Schutzgebiet wurde 1996 ausgewiesen, um die aus der früheren Niederwaldwirtschaft hervorgegangenen Waldgesellschaften zu schützen. Es liegt am steilen Westabfall des Höhebergs, dessen Scholle aus Buntsandstein im Übergangsbereich der Eichenberg-Saalfelder Störungszone zum Leinegraben emporgehoben wurde. Es ist Teil des Biotopverbunds Grünes Band und von Natura 2000 und grenzt im Westen unmittelbar an das hessische Naturschutzgebiet Harthberg.
Das Schutzgebiet ist Teil des Grünen Bands und verbindet ökologische Lebensräume entlang der früheren innerdeutschen Grenze durch Thüringen. Für Besucher ist diese Rolle heute spürbar, da der Ort an die natürliche Heilung einer einst geteilten Landschaft erinnert.
Die Wege steigen vom Werrastal bei Lindewerra zur Teufelskanzel auf rund 452 m an, das sind etwa 365 m Höhenunterschied auf nur 1400 m bei Neigungen von 18° bis 36°. Der Fels ist Mittlerer Buntsandstein, kein Kalkstein; rechnen Sie mit rutschigen Sandsteinplatten und Wurzeln. Feste Schuhe sind nötig; der Bach im Kelletal verschwindet im mittleren Abschnitt zeitweise.
Die Felsen bestehen aus Mittlerem Buntsandstein, einem rotbraunen bis graubraunen Sandstein, nicht aus Kalk. Der Volksglaube verband den Felsen zunächst mit Odin und seinen Walküren, bevor er als Teufelskanzel galt; Ludwig Bechstein nacherzählte die Teufelssage 1853 in seinem Deutschen Sagenbuch. Theodor Storm, von 1856 bis 1864 Richter in Heiligenstadt, besuchte den Aussichtspunkt und beschrieb ihn 1867 in seiner Novelle „Eine Malerarbeit“.
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