Gutshaus Groß Jehser, Herrenhaus in Groß Jehser, Calau, Brandenburg, Deutschland
Das Gutshaus Groß Jehser ist ein zweistöckiges Fachwerkgebäude mit Mansardendach, das sich über neun Achsen in der Länge und fünf in der Breite erstreckt. Die Struktur zeigt typische Merkmale eines ländlichen Herrenhauses mit massiven Mauern und einer charakteristischen Dachform.
Die Familie von Minckwitz besaß das Anwesen vom 16. bis 18. Jahrhundert, bevor August Wilhelm von Trosky um 1793 das heutige Gebäude errichtete. Das Herrenhaus wurde später grundlegend renoviert und wechselte seinen Besitzer mehrfach über die Jahrhunderte.
Das Gut ging von der Familie von Minckwitz an August Wilhelm von Trosky über, der es 1784 für 18.000 Thaler verkaufte; durch die Heirat seiner Nichte mit Carl Friedrich von Lüdicke kam es 1794 für 48.000 Thaler an die Familie von Lüdicke. Drei Töchter der von Lüdickes wurden hier geboren und heirateten in Adelsfamilien ein. Ab 1945 wurde das Haus zu Wohnungen für etwa elf Familien umgebaut und diente zugleich als Sitz der Gemeindeverwaltung.
Das Gutshaus steht südöstlich der Dorfkirche von Groß Jehser im Stadtgebiet von Calau, Landkreis Oberspreewald-Lausitz. Eine öffentliche Zugänglichkeit ist in den Quellen nicht belegt; der Besuch beschränkt sich daher auf das Äußere: die Ostwand mit dem rechteckigen Haupteingang und der vorgelagerten Freitreppe, das Souterrain aus verputztem Ziegelmauerwerk und das Mansardwalmdach mit seinen kleinen Dachhäusern.
Das Gebäude beherbergt Segmentbogenfenster in seiner verputzten Backsteinbasis, die typisch für die Handwerkskunst der Zeit sind. Auf dem Dach ist zudem eine Motorsirene angebracht, die an frühere Zeiten erinnert.
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