St. Martini, Kirchengebäude in Stolberg, Deutschland
St. Martini ist eine gotische Kirche in Stolberg, deren untere Geschosse des Westturms von einem romanischen Bau aus der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts stammen. Das steile Satteldach mit zwei Reihen von Gauben beherrscht das Stadtbild. Der 1485 begonnene Chor wird von zweigeschossigen Anbauten mit Fachwerkgiebeln flankiert; im Süden öffnet sich ein dreifach gestuftes Spitzbogenportal aus rotem Sandstein.
Die unteren Geschosse des Westturms stammen von einem romanischen Kirchenbau aus der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts. In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts entstand eine flachgedeckte Basilika, die aus Platzgründen nach Nordosten verschoben wurde. Chor, kryptenartiger Unterbau und südlicher Sakristeianbau wurden 1485 begonnen und 1490 durch Berthold von Henneberg, Erzbischof von Mainz, geweiht; der Dachstuhl des Langhauses ist auf 1496 datiert. Thomas Müntzer wurde hier getauft und predigte später in der Kirche.
St. Martini ist die Taufkirche Thomas Müntzers, der später auch hier predigte; die Chorfenster von 1885 zeigen Martin Luther, Tylman Plathner und Johannes Spangenberg. Seit der Wiedereinweihung als Kulturkirche am 8. Juni 2022 finden neben Gottesdiensten auch außerkirchliche Veranstaltungen statt, so zum Bauernkriegs- und Thomas-Müntzer-Gedenkjahr 2025.
Die Kirche steht am Hang, weshalb Strebepfeiler ihre Süd- und Ostmauer stützen. Das Südportal aus rotem Sandstein erreicht man über eine kurze Steintreppe. Seit 2022 dient das Bauwerk als Kulturkirche und bietet neben Gottesdiensten auch Konzerte und Veranstaltungen.
Die Kirche ist die Taufkirche Thomas Müntzers, der später auch hier predigte. Der Taufstein von 1599 ist ein Werk der Spätrenaissance: Die sechseckige Kuppa ruht auf balusterförmigen Ecksäulen und einem mittleren Fuß mit Maskenköpfen, und drei ihrer Felder zeigen musizierende Engel.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 92.916 Mitwirkenden weltweit.