Baudenkmal D-1-62-000-5891 in München im Ortsteil Neuhausen, Kinderheim und Architekturdenkmal im Stadtteil Neuhausen, München, Deutschland.
Das St. Marien-Ludwig-Ferdinand-Kinderheim ist eine dreiflügelige, barockisierende Anlage zwischen Roman-, Lachner-, Renata- und Winthirstraße. Der Nordflügel wird von einem turmartigen Torbau mit Walmdach bestimmt; über dem Hauptportal steht eine große Hausmadonna im Stil der Weilheimer Bildhauerschule. Der 27 Meter lange, eingeschossige Südbau mit Walmdach und Mezzaningeschoss verbindet zur mittigen ehemaligen Anstaltskirche, die auf einem zweigeschossigen Unterbau mit hohem Dachreiter aufragt.
Das Gebäude wurde zwischen 1885 und 1892 von Architekt Emanuel von Seidl entworfen und als St. Marien-Ludwig-Ferdinand-Kinderheim für verwaiste Kinder gegründet. Die Anstalt behielt ihre ursprüngliche Funktion über mehr als ein Jahrhundert und wurde zum Denkmal erklärt.
Der Name verbindet zwei Protektoren: Prinzessin María de la Paz von Bayern, 1885 gewonnen, und ihren Gemahl Prinz Ludwig Ferdinand, der 1890 das Knabenhaus übernahm. Ihre Tochter Prinzessin Pilar führte die Aufgabe nach deren Tod 1946 und 1949 weiter. Die ehemalige Anstaltskirche wurde profaniert und erhielt eine Zwischendecke für die Elternschulung.
Der Komplex liegt im Geviert zwischen Roman-, Lachner-, Renata- und Winthirstraße in Neuhausen; das Hauptportal mit der Hausmadonna sitzt im straßenseitigen Nordflügel. Es ist ein laufendes Kinderheim mit Internatsschule der Blindeninstitutsstiftung, Gebäude und Gelände sind daher nicht zu besichtigen. Fassaden und Torbau lassen sich von der öffentlichen Straße aus ansehen.
Über dem Hauptportal befindet sich eine große Hausmadonna im Stil der Weilheimer Bildhauerschule. Zum Komplex gehörten außerdem eigene Waschanstalt, Bügelei, Schusterei und Bäckerei, sodass sich das Heim weitgehend selbst versorgte.
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