St. Sebastiankirche, Kirchenruine in Bisdorf, Borne, Sachsen-Anhalt, Deutschland
St. Sebastian in Bisdorf, Gemeinde Borne, besteht aus einem romanischen Westquerturm und einem Saalkirchenschiff mit Holztonnengewölbe, das heute eine Ruine ist. Der über 1.000 Jahre alte Turm ist etwa 7,55 m breit und 5,00 m tief; im unteren Bereich der Ost- und Westwand befinden sich zwei gegenüberliegende Rundbögen aus doppelter Keilsteinlage. Das Dach des Kirchenschiffs ist im Sommer 2021 am Turm im vorderen Drittel kollabiert.
Der romanische Westturm stammt aus der ottonischen Christianisierung des 10. Jahrhunderts; das Kirchenschiff wurde 1712 abgerissen und das neue 1717 geweiht. Bei den Umbauten 1712 bis 1717 wurde der Turm erhöht. Seit mindestens 1970 steht die Kirche leer; der beschlossene Abbruch wurde nie ausgeführt. Im Sommer 2021 gab das Dach des Kirchenschiffs nach rund 310 Jahren am Turm nach.
Den Namen St. Sebastian trägt die Kirche erst seit dem Umbau 1712 bis 1717, als die Gemeinde ihn als Bekenntnis zum Magdeburger Stift St. Sebastian, ihrem Patronatsherrn, annahm. Die Gemeinde blieb evangelisch, doch Mitte des 20. Jahrhunderts nutzte auch die katholische Gemeinde des Bistums Paderborn die Kirche, sodass katholisches Gemeindeleben einen evangelischen Bau bis zur Stilllegung in den 1970er Jahren prägte.
Die Kirche steht im Ortskern von Bisdorf, Gemeinde Borne. Das Dach des Kirchenschiffs stürzte im Sommer 2021 ein; die Ruine ist nicht sicher zu betreten. Die angrenzenden Richterhöfe sind in Privatbesitz und werden umgebaut; im März 2021 wurden zwei Bauanträge genehmigt, für die Kirche gibt es jedoch keine Pläne.
Im Sommer 2021 gab das Dach des Kirchenschiffs nach rund 310 Jahren nach und stürzte im vorderen Drittel am Turm ein; die Ruine liegt seither offen. Im März 2019 beleuchtete eine Fotografengruppe das Gebäude bei Vollmond und stellte die Bilder online, was Fragen zum Umgang mit dem Erbe aufwarf.
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