Schloss Rühstädt, Herrenhaus in Rühstädt, Deutschland.
Schloss Rühstädt ist ein zweigeschossiges Herrenhaus mit strenger frühklassizistischer Putzgliederung, das 1780–82 an der Stelle eines abgebrannten Vorgängerbaus entstand. Auf der Hofseite treten an den Seiten zweiachsige Risalite flach hervor; der mittlere, über eine Freitreppe erreichbare dreiachsige Risalit ist mit ionischen Pilastern und Reliefs in den Brüstungsfeldern der Obergeschossfenster geschmückt. Die Gartenseite hat einen entsprechend gegliederten vierachsigen Mittelrisalit mit einer Terrasse und Balusterbrüstung, von der eine Freitreppe in den Garten führt. Der Stuck der Innenwände und Decken blieb größtenteils erhalten.
Magdalene von Jagow und ihr Ehemann errichteten das heutige Herrenhaus zwischen 1780 und 1782, nachdem das Vorgängergebäude abgebrannt war. Diese Zeit fiel in eine Periode, in der Landadelsfamilien ihre Wohnsitze in moderner neoklassizistischer Architektur neugestalteten.
Das Anwesen war Sitz eines Rittergutes, das zugleich einen großen land- und forstwirtschaftlichen Betrieb führte; um 1880 gehörte eine Ziegelei dazu, und es umfasste 468 Hektar, davon 39 Hektar Forsten. Die Familienlinie nannte sich von Jagow-Rühstädt, und Carl von Jagow-Rühstädt (1818–1888) trug den Hoftitel eines Erbjägermeisters.
Schloss Rühstädt ist seit dem Umbau zum Hotel im Jahr 2002 nicht als Museum zugänglich. Die zweigeschossige Putzfassade mit dem dreiachsigen Mittelrisalit und ionischen Pilastern sieht man von der Hofseite, die über eine Freitreppe erreichbar ist. Auf der Gartenseite führen eine Terrasse mit Balusterbrüstung und eine Freitreppe in den Park, der zum Spazieren offensteht.
Am südwestlichen Parkende wurde 1863–1865 ein Begräbnisplatz der Familie von Jagow eingerichtet, in denselben Jahren, in denen der Landschaftsgarten neu angelegt wurde. Die Familie blieb bis zur Enteignung in der Bodenreform 1945/1946 im Besitz von Rühstädt. 2002 wurde das Schloss zum Hotel umgebaut.
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