Kleine Harzburg, Mittelalterliche Burgruine in Bad Harzburg, Deutschland.
Kleine Harzburg ist eine Burgruine auf einem Hügel bei Bad Harzburg, deren Mauerreste, Turmfundamente und ein Graben die einstige zweiteilige Anlage noch heute erkennen lassen. Die Überreste zeigen deutlich die Aufteilung und Befestigung des mittelalterlichen Bauwerks.
Keine historische Nachricht bezieht sich ausdrücklich auf die Kleine Harzburg, weshalb Datierung und Rolle in der Forschung umstritten sind. Am plausibelsten gilt sie als vorgeschobene Bastion der Großen Harzburg, die nach 1068 unter Heinrich IV. entstand, da Bauweise und Bauform übereinstimmen; damit hätte sie den Status einer Reichsburg besessen. Die Funde deuten auf eine kurze Existenzdauer hin; der Archäologe Wolf-Dieter Steinmetz nimmt an, dass die Burg nach der vorübergehenden Aufgabe der Großen Harzburg 1076 wüst blieb. Der Nutzung der Großen Harzburg unter Otto IV. im beginnenden 13. Jahrhundert lassen sich keine Artefakte zuweisen.
Keine Quelle nennt den Ort beim Namen oder erklärt seine Nutzung; seine Rolle wird erschlossen: am plausibelsten eine vorgeschobene Bastion der Großen Harzburg mit ähnlicher Bautechnik und Bauform. Der Name Kleine Harzburg grenzt sie nur von der 300 m südlich gelegenen größeren Anlage ab. Die Funde sprechen für eine kurze Existenzdauer, und der Archäologe Wolf-Dieter Steinmetz nimmt an, dass sie nach der vorübergehenden Aufgabe der Großen Harzburg 1076 wüst blieb.
Die Ruine liegt auf dem Kleinen Burgberg, rund 300 m nördlich der Großen Harzburg; der Zugang erfolgt von Südwesten, eine Toranlage ist nicht erkennbar. Ein 15–20 m breiter Halsgraben durchschneidet den Rücken südlich der Hauptburg, ein zweiter umzieht eine etwa 30 m breite Vorburg. Das Gelände ist uneben, zwei Kellermulden und eine Zisterne sind noch sichtbar.
Keine Funde aus der Nutzung der Großen Harzburg unter Otto IV. im beginnenden 13. Jahrhundert lassen sich der Kleinen Harzburg zuweisen, die beiden Anlagen sind also nicht durch Artefakte verbunden. Der Archäologe Wolf-Dieter Steinmetz nimmt stattdessen an, dass die Burg nach der vorübergehenden Aufgabe der Großen Harzburg 1076 wüst blieb. Der Brunnen neben dem nördlichen Bau wurde 1905 bis in 32 m Tiefe freigeräumt.
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