Markgrafenschloss Günzburg, Habsburg-Schloss in Günzburg, Deutschland.
Das Markgrafenschloss ist eine dreiflügelige Schlossanlage in der Südwestecke der Günzburger Altstadt, die von 1577 bis 1586 durch den italienischen Baumeister Alberto Lucchese für Erzherzog Ferdinand II. von Tirol errichtet wurde. Süd- und Nordflügel wurden am 9. April 1945 bei einem Bombenangriff zerstört und nach dem Krieg wieder aufgebaut. Der Südflügel wurde 2022 fertig saniert; heute dient das Gebäude größtenteils als Finanzamt.
Die Anlage wurde von 1577 bis 1586 unter der Leitung des italienischen Architekten Alberto Lucchese für Erzherzog Ferdinand II. von Tirol umgebaut. Diese Umbauarbeiten zeigen den Einfluss italienischer Renaissance-Architektur auf die Habsburger Residenzen nördlich der Alpen.
Das Schloss prägt das Stadtbild von Günzburg als Zeichen der Habsburger Herrschaft und zeigt österreichische Bautraditionen in Bayern. Die Räume spiegeln Einflüsse aus verschiedenen Epochen und erzählen von jahrhundertelangen Verbindungen zwischen den beiden Regionen.
Das Schloss dient heute großen Teils als Finanzamt, sodass das Innere nur für Amtswege zugänglich ist; das einst im Südflügel untergebrachte Museum des Historischen Vereins ist in das ehemalige Piaristengebäude umgezogen. Die Anlage liegt in der Südwestecke der Altstadt, neben der ehemaligen Hofkirche und dem heutigen Rathaus, und ist zu Fuß erreichbar. Seit 2016 wird das Schloss generalsaniert, die Arbeiten am Südflügel wurden 2022 abgeschlossen.
Das Gebäude war lange Zeit das einzige verbliebene Habsburger Residenzschloss auf deutschem Territorium und stellt damit ein seltenes Erbe der Österreichischen Herrschaft dar. Diese besondere Stellung macht es zu einem wichtigen Zeugnis der politischen Verflechtungen zwischen Bayern und Österreich.
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