Gästehaus des Ministerrates und Politbüros der DDR, Regierungsgästehaus im Musikviertel, Leipzig, Deutschland
Das Gästehaus des Ministerrates ist ein Komplexbau in Leipzigs Musikviertel mit einem zweistöckigen Flachbau mit zwei Innenhöfen und einem sechsgeschossigen Hauptgebäude an der Schwägrichenstraße gegenüber des Clara-Zetkin-Parks. Die Anlage verbindet funktionale Architektur mit repräsentativen Elementen, die für offizielle Staatsempfänge ausgerichtet waren.
Das Gebäude entstand in den 1960er Jahren und diente von 1969 bis 1989 als Repräsentationsgaststaette für hohe Staatsbeamte und internationale Delegationen. Es dokumentiert die Struktur der DDR-Regierung während ihrer letzten zwei Jahrzehnte.
Das Wandrelief des Leipziger Malers Bernhard Heisig (1925–2011) überstand die Jahrzehnte des Leerstands und wurde beim Umbau ab 2020 restauriert, ebenso die rund 400 Quadratmeter große Eingangshalle mit Atrium im Flachbau. Der Komplex umfasste zudem mehrere Foyers, Repräsentationsappartements sowie Speise-, Kino- und Konferenzsäle, die zu Messezeiten dem Politbüro dienten.
Seit dem Umbau 2020 ist der Komplex ein privates Wohngebäude; Innenräume und Innenhöfe sind für Besucher nicht zugänglich, auch die Eingangshalle mit Atrium und das Wandrelief von Bernhard Heisig liegen im Inneren. Von außen betrachten lässt sich der Bau von der Schwägrichen-, Haydn- und Karl-Tauchnitz-Straße aus, gegenüber dem Clara-Zetkin-Park und nahe der Galopprennbahn Scheibenholz.
Hartnäckig hält sich das Gerücht, Honecker und Schalck-Golodkowski hätten 1983 in einem abhörsicheren Bunker des Hauses den Milliardenkredit mit Franz Josef Strauß ausgehandelt – tatsächlich fanden die Gespräche im Mai 1983 auf dem Chiemgau-Landsitz des Unternehmers Josef März statt, Honecker traf Strauß im Juli auf Jagdschloss Hubertusstock. Bei der Versteigerung des Inventars am 15. Juli 1995 erzielte ein runder Tisch, der mit diesen Verhandlungen verbunden wurde, 10.000 Mark; Michael Moore filmte mit versteckter Kamera.
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