Gräberfeld von Gevensleben, Frühmittelalterliches Gräberfeld im Landkreis Helmstedt, Deutschland.
Das Gräberfeld von Gevensleben ist ein frühchristlicher Reihengräberfriedhof in Gevensleben im Landkreis Helmstedt, der 2016 auf etwa 400 m² ausgegraben wurde. Über 50 Grabgruben wurden freigelegt, in gelblichen Lössboden eingetieft; die Verstorbenen lagen gestreckt auf dem Rücken, überwiegend west-östlich orientiert mit dem Kopf im Westen. Nur in wenigen Gräbern wiesen Holzreste auf einen Sarg oder ein Totenbrett hin.
Das Gräberfeld entstand um 695 und war etwa 170 Jahre lang in Benutzung, was die Zeit zeigt, in der die Region vom Heidentum zum Christentum überging. Der Friedhof dokumentiert diese religiöse Umwandlung im Gebiet der historischen Landschaft Ostfalen.
Die Gräber zeigen Unterschiede zwischen einfachen und wohlhabenderen Bestattungen durch die Art der Beigaben. Messer, Schnallen und Schmuck deuten darauf hin, wie Menschen damals nach ihrem sozialen Stand beerdigt wurden.
Der Ort liegt in einem ländlichen Gebiet und kann am besten mit lokalem Verkehr oder Auto erreicht werden. Für den Besuch wird empfohlen, feste Schuhe zu tragen und sich vorher über aktuelle Besuchsbedingungen zu informieren.
Das reichste Grab gehörte einer 40 bis 50 Jahre alten Frau mit einem Messer, einer Kette aus fast 20 bunten Glasperlen und einem silbernen Ohrring. Ein etwa 40-jähriger Mann wurde mit einem eisernen Stabdorn bestattet, der ursprünglich an der Spitze eines Holzstabs saß und als Schulzenstab oder Wanderstab gedeutet wird.
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