Heiligtum von Yria, Archäologische Stätte im Livadi-Tal, Naxos, Griechenland.
Das Heiligtum von Yria ist eine archäologische Stätte im Livadi-Tal auf der Insel Naxos, auf der die Überreste von vier übereinanderliegenden Tempeln freigelegt wurden. Die sichtbaren Marmorfragmente, Säulenstümpfe und Fundamentreihen stammen aus verschiedenen Bauphasen und liegen heute im Freien.
Ab dem 14. Jahrhundert v. Chr. fand an der Mündung des Byblos ein Fruchtbarkeitskult unter freiem Himmel statt, mit einem Marmorbecken für Opfergaben auf einem kleinen Hügel im Marschland. Um 800 v. Chr. ersetzte ihn ein Tempel aus Holz und Lehmziegeln von 5 × 10 m, um 730 v. Chr. als Granitbau von etwa 160 m² erneuert. Um 680 v. Chr. wurde das Innere mit Holzsäulen auf marmornen Basen umgebaut und an der Südseite eine Prostase aus vier ionischen Holzsäulen angefügt; von 580 bis 570 v. Chr. entstand der vierte Tempel, ein ionisches Hekatompedon von 13,5 × 28,3 m, dessen Marmordach der naxische Steinmetz Byzes fertigte. Um 550/540 v. Chr. wurden die Arbeiten eingestellt, wohl als der Tyrann Lygdamis die Macht übernahm und private Stiftungen verhinderte.
Das Heiligtum von Yria liegt im Livadi-Tal auf Naxos und war ein Ort, an dem Menschen aus der gesamten Region zusammenkamen, um Dionysos zu verehren. Wer heute durch die Ausgrabungsstätte läuft, sieht noch, wie die Anlage schrittweise auf denselben Grundmauern aufgebaut wurde, Schicht für Schicht.
Der Standort liegt im Livadi-Tal, nicht weit vom Dorf Vivlos entfernt, und ist mit dem Auto oder per Fahrrad erreichbar. Da kaum Schatten vorhanden ist und das Gelände uneben sein kann, empfehlen sich festes Schuhwerk und etwas Wasser, besonders in den Sommermonaten.
Der vierte Tempel, um 580–570 v. Chr. begonnen, gilt als frühester ionischer Prostylos: vier Marmorsäulen an der Front, acht im Inneren und ein Marmordach des naxischen Steinmetzen Byzes. Um 550–540 v. Chr. wurden die Arbeiten eingestellt, die Säulen blieben in unfertigen Stadien, ihre Kannelurenzahl schwankt zwischen 24 und 36.
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