Palais Idéal, Volkskunstpalast in Hauterives, Frankreich
Eine fantasievolle Konstruktion aus Kalksteinen, Muscheln und Kieseln bildet Wände mit mythologischen Szenen, exotischen Tieren und Miniaturbauten. Die Fassaden verbinden Elemente aus unterschiedlichen Traditionen, darunter hinduistische Tempel, nordafrikanische Moscheen und mittelalterliche Burgen, zu einer dreidimensionalen Collage aus natürlichen Materialien.
Der Briefträger Ferdinand Cheval begann 1879 nach dem Fund eines ungewöhnlichen Steins mit dem Bau und sammelte während seiner täglichen Postrouten Material. Das Monument wurde 1969 als historisches Denkmal klassifiziert und zieht heute mehr als 150.000 Besucher pro Jahr an.
Das Bauwerk wurde zur Inspirationsquelle für Surrealisten wie André Breton und Pablo Picasso, die hier ein authentisches Beispiel für primitive Kunst entdeckten. Als autodidaktisches Werk ohne formale Architekturausbildung verkörpert es den Traum eines einfachen Mannes, der Schönheit und Phantasie ohne künstlerische Konventionen verwirklichte.
Das Gebäude liegt 50 Kilometer (30 Meilen) südlich von Lyon an der Kreuzung der Straßen D51 und D538. Führungen werden das ganze Jahr über angeboten, und der Eintritt umfasst Zugang zu den Außenbereichen und den mit Inschriften versehenen Innenräumen. Ein kleines Museum neben dem Bauwerk bietet zusätzlichen Kontext zur Entstehungsgeschichte.
Cheval plante ursprünglich, in seinem Werk begraben zu werden, doch lokale Vorschriften verboten dies. Er verbrachte weitere acht Jahre damit, ein separates Mausoleum auf dem Friedhof von Hauterives zu errichten, wo er nun ruht. Die Inschriften an den Wänden enthalten philosophische Überlegungen und persönliche Maximen in seiner eigenen Handschrift.
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