Église Saint-Jean-Baptiste de Belleville, Neugotische Kirche im 19. Arrondissement, Frankreich
Die Église Saint-Jean-Baptiste de Belleville ist eine neugotische Kirche an der 139 rue de Belleville im 19. Arrondissement von Paris. Ihre hellbeige Steinfassade hat zwei 57 Meter hohe Turmspitzen, die ein zentrales Rosenfenster über drei gestaffelten Portalen flankieren. Im Inneren führt ein fünfjochiges Schiff mit Seitenschiffen und acht Seitenkapellen zu Querhaus und Chor mit Umgang; helle Steinsäulen tragen Rippengewölbe, und ein großer runder Leuchter hängt unter dem 19 Meter hohen Gewölbe.
Belleville erhielt 1543 eine Kapelle, die 1548 erbaut wurde; 1635 ersetzte sie eine erste Johanneskirche, und erst 1802 wurde die Gemeinde selbstständig. Die heutige Kirche wurde 1854 begonnen: Erzbischof Sibour segnete den Grundstein, Baron Haussmann legte ihn, und am 11. August 1859 weihte Kardinal Morlot die Kirche. Architekt war Jean-Baptiste-Antoine Lassus; nach seinem Tod 1857 übernahm sein Schüler Casimir Truchy. 1860 wurde Belleville nach Paris eingemeindet.
Das Rosenfenster der Fassade, 1863 von Auguste de Martel nach einem Karton von Louis Steinheil gefertigt, zeigt den Engelschor und die Unbefleckte Jungfrau. Die drei Portale tragen Reliefs von Aimé-Napoléon Perrey (1858): Szenen aus dem Leben Johannes des Täufers und Christus als Richter in der Mitte, die Propheten Jesaja und Maleachi links, die Gefangenschaft Johannes rechts. Die Türbänder schmiedete der Kunstschmied Pierre Boulanger.
Die Kirche steht an der 139 rue de Belleville, wo sich die Straße an der Kreuzung mit der rue du Jourdain weitet; die Fassade blickt auf diesen Platz. Die Métrostation Jourdain (Linie 11) liegt wenige Schritte entfernt, auch Place des Fêtes (Linien 7 bis und 11) ist nahe. Das Hauptportal öffnet sich unter der zentralen Rosette, zwischen den beiden Spitzen.
Édith Piaf wurde am 16. Dezember 1917 im Alter von zwei Jahren in dieser Kirche getauft. Der Eintrag verbindet den Bau mit einer 1915 in Belleville geborenen Sängerin, deren Kindheit im Viertel in der Kirche selbst kaum erwähnt wird.
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