Château de Sainte-Marie, Burgruine in Esterre, Hautes-Pyrénées, Frankreich
Das Château de Sainte-Marie ist eine mittelalterliche Burgruine auf einem Felssporn auf 630 Metern in Esterre. Erhalten sind nur ein runder Turm und ein quadratischer Bergfried innerhalb einer sehr engen Ringmauer. Der quadratische Nordturm hat Schießscharten mit Zinnen oben; der runde Bergfried zeigt ein dunkles rechteckiges Fenster und eine kleine Öffnung darunter. Eine dunkle Bogenpforte befindet sich am Fuß des quadratischen Turms.
Im 10. Jahrhundert ließ Centule III., Graf von Bigorre, die Burg auf einem Felssporn über dem Tal errichten; möglicherweise stand sie auf einem älteren, von Arabern genutzten Platz. Die Engländer hielten sie bis 1404, als Jean II. de Bourbon, Graf von Clermont, mit den von Aougé de Coufitte geführten Talbewohnern sie vertrieb. Danach wurde sie nach und nach aufgegeben; 1930 wurden die Reste als Monument historique eingetragen.
Der Name stammt von der Priorei Sainte-Marie, die einst vor der Burg stand; ihre Kapelle war um 1800 bereits Ruine und wurde zerstört. Die Burgreste sind seit 1930 in die Liste der Monuments historiques eingetragen. Der fiktive Gentleman-Dieb Arsène Lupin soll von hier durch einen Tunnel entkommen sein, und um den Ort ranken sich viele weitere Legenden.
Die Ruine liegt auf einem Felssporn auf 630 m über Esterre, Esquièze-Sère und Luz-Saint-Sauveur; der Aufstieg erfolgt zu Fuß. Der Zugang war lange ungewiss: Der 30-jährige Pachtvertrag der commission syndicale lief 2018 aus, und die Gemeinde Esterre erwarb die Burg erst im Juni 2019 für einen symbolischen Euro. Vor dem Aufstieg sollte man sich vor Ort erkundigen.
Arsène Lupin, der fiktive Gentleman-Dieb von Maurice Leblanc, soll durch einen Tunnel aus dem Schloss entkommen sein – eine von mehreren Legenden um die Ruine. Die Erzählung ist nicht mittelalterlich: Sie stammt aus den Lupin-Geschichten, und die Einheimischen erzählen sie noch heute neben älteren Sagen.
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