Retable, Retabel in der Abtei Baume-les-Messieurs, Frankreich
Der Retable de Baume-les-Messieurs ist ein großer vergoldeter Holzaltar auf dem Hochaltar der Abteikirche. Sein Mittelteil überragt die Flügel unter einem bogenförmigen Baldachin, mit geschnitzten und bemalten, goldgerahmten Tafeln. Die Mitteltafel zeigt die Kreuzigung; die geöffneten Flügel stellen Kindheit und Passion Christi dar, die Predella bemalte Szenen. Ein kleiner vergoldeter Tabernakel mit Kuppel und Kreuz steht davor.
Die ersten Aufzeichnungen dieses Altarbildes stammen von 1702 und erwähnen es als Geschenk der Universität Gent an Abt Guillaume de Poupet. Das Werk wurde vor dieser Zeit bereits in Flandern hergestellt und gelangte später in die französische Abtei.
Geschlossen zeigt das Triptychon das öffentliche Leben und die Wunder Christi, geöffnet seine Kindheit und seine Passion. Alttestamentliche Szenen begleiten die Passion als Vorausdeutungen: Melchisedech mit Brot und Wein und das Manna auf der Predella kündigen die Eucharistie an, der Jessebaum rahmt die Kreuzigung.
Der Altar steht auf dem Hochaltar am Ende der Apsis der Abteikirche, wo ihn Abt Jean de Watteville bei der Neugestaltung des Chors im 17. Jahrhundert platzierte. Davor liegt auf einem Sims das vergoldete Tabernakel mit Kuppel und dem Wappen der Abtei. Die Restaurierung von 1994-1995 festigte die Konstruktion und reinigte die Fassung.
Das Altarbild hat die meisten seiner ursprünglichen geschnitzten Figuren bewahrt, was es zu einem der am besten erhaltenen Beispiele flämischer religiöser Kunst macht. Diese Vollständigkeit ist selten, da viele ähnliche Werke aus dieser Zeit Beschädigungen oder Verluste aufweisen.
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