Brücke von Andau, Grenzbrücke zwischen Andau, Österreich und Kapuvár, Ungarn
Die Brücke von Andau ist eine kleine Holzbrücke über den Einserkanal, den künstlichen Kanal, der bei Andau die österreichisch-ungarische Grenze bildet. Ihr gerader Steg wird von verwitterten Holzgeländern gesäumt, die in rechteckige Felder mit diagonalen Streben unterteilt sind. In der Mitte steht ein kleiner Holzpavillon mit einem flachen Satteldach aus rotbraunen Ziegeln.
Nach dem ungarischen Aufstand von 1956 dienten die alte Brücke und ihre Umgebung als Fluchtroute für etwa 70.000 Menschen, bis sowjetische Kräfte die Brücke im November 1956 zerstörten. Die heutige Brücke wurde 1996 wiederaufgebaut und erinnert an diese Ereignisse.
Der rund neun Kilometer lange Weg zwischen der Brücke und Andau heißt Fluchtstraße. Seit 1996 zeigt er die Freiluftausstellung „Road of Woes“ mit etwa neunzig Skulpturen und Installationen ungarischer und österreichischer Künstler. Die Brücke erscheint in James Micheners Buch The Bridge at Andau von 1957 und im Film Der Bockerer III aus dem Jahr 2000.
Die Brücke quert den Einserkanal im rechten Winkel und verläuft mit einem Azimut von 56 Grad etwa nach Norden Richtung Österreich. Auf ungarischer Seite ist ein Korridor südlich der Brücke von April bis Oktober für Fußgänger und Radfahrer geöffnet. Die rund neun Kilometer lange Fluchtstraße verbindet die Brücke mit Andau.
Das Buch 'The Bridge at Andau' von James Michener aus 1957 erzählt die persönlichen Erlebnisse von Menschen, die über diese Brücke flohen, und hat die Wahrnehmung dieser Flucht in der westlichen Welt geprägt. Das Werk bleibt bis heute ein wichtiger Zeugnis für diese historischen Ereignisse.
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