Abbey church of St James, Romanische Pfarrkirche in Lébény, Ungarn
Die Abteikirche St. Jakobus ist eine romanische Pfarrkirche in Lébény mit basilikalem Grundriss, drei Schiffen und zwei Westtürmen. Sie besitzt eine polygonale Apsis, ein Südportal und ein Westportal. Das Gewölbe des Schiffes stammt aus dem 17. Jahrhundert, während die reichen Steinmetzarbeiten des Haupt- und Südportals zu den schönsten Beispielen ungarischer romanischer Skulptur zählen.
Der Bau begann um die Wende vom 12. zum 13. Jahrhundert, als Poth comes und seine Brüder den Benediktinern Land schenkten; die Jahreszahl 1206 an einer Außenmauer zeigt, dass die Kirche bereits stand, als König Andreas II. die Schenkung 1208 bestätigte. Tataren und später die Heere Ottokars II. von Böhmen verwüsteten die Abtei im 13. Jahrhundert. Nach 1541 zogen die Mönche nach Pannonhalma; die Jesuiten, denen die Ruine 1631 übergeben wurde, erlebten 1683 eine erneute Brandschatzung durch die Türken.
Die Pfarre trägt den Namen des Apostels Jakobus, dessen Statue den Hauptaltar schmückt, zu seinen Füßen ein kleines Modell der Kirche. 2006 wurde das 800-jährige Bestehen der einstigen Benediktinerabteikirche gefeiert, und im August 2005 weihte Bischof Pápai Lajos eine neue große Glocke aus der Gießerei Gombos Miklós.
Das Gebäude liegt zentral auf dem Templom-Platz und ist einfach zu Fuß erreichbar, wenn man die öffentlichen Verkehrsmittel nutzt. Es empfiehlt sich, frühmorgens zu kommen, um das Bauwerk in ruhiger Umgebung zu erkunden.
Die Innenrestaurierung 1862–1865 und die Außenrenovierung 1872–1879 leitete der Nürnberger Architekt August Ottmar Essenwein unter Beratung von Friedrich von Schmidt; finanziert wurden sie ganz von Baron János Sina, der 20.000 Forint stiftete. Damit wurde Lébény das erste vollständig restaurierte Denkmal Ungarns.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 93.661 Mitwirkenden weltweit.