Grotte di Sant'Angelo, Kalksteinhöhle in Cassano allo Ionio, Italien.
Die Grotte di Sant'Angelo ist eine Kalksteinhöhle bei Cassano allo Ionio mit unterirdischen Kammern, in denen Stalaktiten und Stalagmiten aus Mineralien entstanden sind. Das Höhlensystem erstreckt sich über mehrere Ebenen und zeigt überall natürliche Steinformationen.
Die Höhlen waren bis zum Ende der Bronzezeit fester Siedlungsplatz mittelneolithischer Ackerbaugemeinschaften (5.–4. Jahrtausend v. Chr.) und wurden später in den Metallzeiten aufgesucht. 1951 erkundete der Höhlenforscher Francesco Orofino als Erster die Karsthöhlen am Fuß des Muraglione-Felsens. Santo Tinè führte zwischen 1962 und 1964 die ersten stratigraphischen Grabungen durch, und von 1978 bis 1982 wurde die Pavolella-Höhle ausgegraben, die eine funeräre Nutzung mit einer seltenen neolithischen Brandbestattung zeigte.
Die Höhlen tragen den Namen Sant'Angelo, und zum Komplex gehört die Grotta Pavolella, auch Grotta degli Scheletri (Höhle der Skelette) genannt: Ausgrabungen von 1978 bis 1982 belegten ihre Nutzung als Grabstätte, mit einer seltenen neolithischen Brandbestattung und bemalter Bänderkeramik. Die untere und die obere Sant'Angelo-Höhle sind jeweils über einen Kilometer lang.
Die Höhlen liegen am Fuß des Muraglione genannten Felsrückens, direkt am Ortsrand von Cassano all'Ionio, und sind daher zu Fuß vom Ort erreichbar. Zum Komplex gehören die Grotta Inferiore und die Grotta Superiore di Sant'Angelo mit jeweils über einem Kilometer Ganglänge sowie die Grotta Pavolella. Der Untergrund besteht aus Gips, Ton und Sand, und das Innere ist unbeleuchtet; bringen Sie eine Lampe und festes Schuhwerk mit.
Südlich der Casa del Drago wachsen seltene Pflanzen ohne Licht, ernährt vom Wasser, das von den Stalaktiten tropft. Sie werden höchstens 35 cm hoch, berühren fast immer einen Stalaktiten und können Gruppen von über vierzig Exemplaren bilden; dieses Phänomen wurde der italienischen nationalen Speläologie bekannt gemacht.
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