Saint Agatha church, Romanische Kirche in Corniano, Italien.
Die Kirche Sant'Agata steht isoliert auf etwa 960 Metern Höhe bei Corniano, einem vielleicht 1440 verlassenen Weiler im Val di Gresta. Die Giebelfassade ist teilweise verputzt, an den Seiten mit versetzten Sichtsteinen; ein erhöhtes Architravportal sitzt rechts außermittig neben einem kleinen viereckigen Fenster, darüber eine Öffnung in Form eines griechischen Kreuzes. Ein quadratischer Steinturm mit vier bogenförmigen Schallöffnungen und Pyramidenspitze lehnt an der linken Seite.
Eine erste Kirche mit halbrunder Apsis, Nordturm und umgebendem Friedhof entstand zwischen dem 10. und 11. Jahrhundert. Im 12. Jahrhundert wurde der Süd Eingang zugemauert und ein Westtor geöffnet; das 13. Jahrhundert brachte wohl eine Weihe, und im folgenden Jahrhundert ersetzte ein rechteckiger Presbyterium die Apsis. Nach Aufgabe und Entweihung wurde der Bau 1861 restauriert und neu gesegnet; eine Bombe im Ersten Weltkrieg beschädigte Gewölbe und Glockenturm, 1920 repariert, und das Dach stürzte nach einem Schneefall 1946-47 ein.
Die Kirche steht bei Corniano, einem vielleicht 1440 nach venezianischen Repressalien oder wegen der Pest von 1630 verlassenen Dorf. Bis 1827–39 erreichten Bittprozessionen sie drei Tage vor Christi Himmelfahrt, als nur eine Messe jährlich gefeiert wurde. Ein Fresko des Martyriums der heiligen Agatha wurde 1920 abgenommen, nach Wien gebracht und nie zurückgegeben.
Die Kirche steht isoliert auf einer Terrasse auf etwa 960 m Meereshöhe beim verlassenen Ort Corniano und ist zu Fuß erreichbar; der Innenraum liegt tiefer als der Außenboden und wird über eine Rampe aus Holzstufen betreten. Dort sind der Fußboden des Presbyteriums aus dem 10.–11. Jahrhundert und der natürliche Felsausbiss sichtbar. Sakrale Ausstattung ist im Inneren keine mehr vorhanden.
Die Kirche besitzt keinerlei liturgische Ausstattung. Ihr vorromanisches Stein-Weihwasserbecken mit geometrischen, pflanzlichen und tierischen Figuren wird im Diözesanmuseum von Trient aufbewahrt, das Taufbecken steht in einem Privathaus in Pannone. Der Bau ist so ausgerichtet, dass am Morgen des 5. Februar, dem Agathatag, das Licht durch die beiden kreuzförmigen Fenster fällt, hinten hinein und vorne hinaus.
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