Gräberfeld von Zvejnieki, Archäologische Stätte am Burtnieks-See, Lettland
Der Zvejnieki-Begräbnisplatz ist ein archäologisches Fundgelände am Nordufer des Burtnieks-Sees in Lettland, auf dem über 330 dokumentierte Grabstätten freigelegt wurden. Die Funde stammen aus verschiedenen Zeitabschnitten und umfassen Skelette, Grabbeigaben aus Knochen und Bernstein sowie Hinweise auf eine lange Besiedlungsgeschichte an diesem Ort.
Die ältesten Bestattungen des Zvejnieki-Geländes gehen auf das mittlere Mesolithikum zurück und reichen bis in die Jungsteinzeit, was zeigt, dass dieser Ort über Jahrtausende hinweg immer wieder aufgesucht wurde. Systematisch ausgegraben wurde er zwischen 1964 und 1978, wobei die Funde zu den bedeutendsten prähistorischen Fundkomplexen im Baltikum zählen.
Die Fundstücke aus den Gräbern, darunter Bernsteinschmuck und bearbeitete Knochen, sind in einem Regionalmuseum ausgestellt und geben einen direkten Einblick in das Leben der Jäger und Fischer, die hier lebten. Wer das Gelände besucht, kann noch heute die Lage am Wasser nachvollziehen, die diesen Ort für frühe Siedler so attraktiv machte.
Das Gelände liegt am Nordufer des Burtnieks-Sees und ist über Wanderwege entlang des Ufers zu erreichen. Festes Schuhwerk wird empfohlen, da der Boden uneben sein kann und in Seenähe oft feucht ist.
Genetische Analysen aus dem Jahr 2017 zeigten, dass sechs am Standort bestattete Personen genetisch miteinander verwandt waren, obwohl sie in sehr unterschiedlichen Zeiträumen lebten. Diese Kontinuität über Jahrtausende hinweg ist in prähistorischen Fundstätten Nordeuropas selten so klar nachweisbar.
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