Skrundas lokators, Radarstation aus dem Kalten Krieg bei Skrunda, Lettland
Skrundas lokators war ein sowjetischer Radarkomplex in Skrunda, Lettland, bestehend aus einem 8-stöckigen Sendgebäude und einem 19-stöckigen Empfangsturm, dessen Dach mit Hunderten von Antennen bedeckt war. Beide Gebäude ragten weit über die flache Umgebung hinaus und waren aus großer Entfernung sichtbar.
Die Anlage wurde 1984 von der Sowjetunion als militärische Überwachungseinrichtung gebaut, um mögliche Raketenstarts und Raumfahrzeuge über Westeuropa zu verfolgen. Nach der Unabhängigkeit Lettlands wurde der Komplex 1995 vollständig abgerissen, was das Ende der sowjetischen Militärpräsenz auf lettischem Boden markierte.
Im Jahr 1994 traten die lettischen Rockbands Perkons und Livi bei einem Konzert namens 'Rock Against Skrunda Radar' auf, um gegen die sowjetische Anlage zu protestieren. Das Konzert fand statt, kurz bevor die Station endgültig abgeschaltet wurde, und ist bis heute ein Symbol des lettischen Widerstands gegen die sowjetische Militärpräsenz.
Heute ist das Gelände ein offenes Feld ohne Gebäude oder Strukturen, das frei zugänglich ist. Da vor Ort keine Einrichtungen vorhanden sind, sollte man sich auf einen Besuch im Freien vorbereiten.
Die Anlage verbrauchte 80 Megawatt Strom pro Stunde und benötigte täglich 3000 Kubikmeter Wasser für den Betrieb. Dieser enorme Verbrauch machte den Betrieb der Station zu einem der aufwändigsten seiner Art in der Region.
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