Azemmour, Stadt an der marokkanischen Atlantikküste
Azemmour ist eine kleine Stadt an der Oum Er-Rbia Fluss in der El Jadida Provinz, mit engen gewundenen Gassen, alten Steinmauern und traditionellen Häusern aus Stein und Lehm. Die Stadt zeigt zwei Festungen, darunter eine portugiesische Kasbah mit sechs Türmen und alten Kanonen, sowie Überreste einer Moschee und verschiedene historische Strukturen aus mehreren Jahrhunderten.
Azemmour war in der Antike unter Phöniziern und Römern aktiv und wurde später im islamischen Zeitalter unter den Almohaden und Meriniden zum Handelszentrum. Im frühen 16. Jahrhundert eroberten die Portugiesen die Stadt, hinterließen ihre Architektur und Befestigungen, bevor die Stadt später in marokkanische Hände zurückkehrte.
Der Name Azemmour stammt vom Arabischen und bezieht sich auf die wilde Mandarine, die in der Region wächst. Die Stadt zeigt heute eine Mischung aus marokkanischer und portugiesischer Kultur, die in den Türen, Festungen und engen Gassen sichtbar wird, wo Handwerker noch traditionelle Techniken ausüben und bunte Wandmalereien die Häuser schmücken.
Die Stadt liegt etwa 75 Kilometer südwestlich von Casablanca und ist einfach mit dem Zug, Auto oder Bus zu erreichen, mit einer Fahrtzeit von etwa einer Stunde. Der beste Zeitpunkt zum Besuch ist Frühling oder Herbst, da der Sommer heiß sein kann, und die Stadt bietet einfache Unterkünfte in traditionellen Riads oder größeren Resorts am Strand.
Eine bedeutende jüdische Gemeinde ließ sich hier ab 1496 als Flüchtlinge aus Portugal nieder und prägte das Leben der Stadt mit Fischfang und Handwerk für Jahrhunderte. Das Viertel Mellah und die Grabstätte von Rabbi Abraham Moul Niss erinnern heute an diese wichtige historische Gemeinschaft und ihre tiefe Verbundenheit mit dem Ort.
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