Aghmat, Archäologische Stätte in der Provinz Al Haouz, Marokko
Aghmat ist eine archäologische Stätte in der Provinz Al Haouz mit erhaltenen Mauern, Badeanlagen, Moscheen und Wohngebäuden, die über mehrere Ausgrabungsflächen verteilt sind. Die Überreste zeigen eine komplexe mittelalterliche Siedlung mit verschiedenen religiösen und alltäglichen Funktionsbereichen.
Im 11. Jahrhundert war Aghmat die Hauptstadt des Almoraviden-Reiches, bevor Marrakech 1062 gegründet wurde und die politische Bedeutung übernahm. Diese Machtverschiebung markierte einen Wendepunkt in der regionalen Geschichte und der Entwicklung der nordafrikanischen Dynastien.
Die Badeanlagen zeigen traditionelle islamische Bauweisen mit getrennten Bereichen für Männer und Frauen, die man noch heute in den Grundrissen erkennt. Diese Aufteilung spiegelt die sozialen Gepflogenheiten wider, die bis heute in vielen Gemeinden nachwirken.
Die Stätte liegt etwa 45 Minuten südöstlich von Marrakech durch die Vorgebirge des Atlas-Gebirges erreichbar. Besucher sollten feste Schuhe tragen, da das Gelände uneben ist und die Ausgrabungsflächen teilweise begrenzte Wege haben.
Die Badeanlagen verfügen über ein erhaltenes unterirdisches Heizsystem, das Heißluft unter die Böden leitete, eine römische Technik, die von den Bewohnern übernommen wurde. Dieses System zeigt, wie Wissen über Generationen hinweg bewahrt und angepasst wurde, auch als sich die Herrscher und Religionen änderten.
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