Giethoorn, Kanaldorf in Overijssel, Niederlande
Giethoorn ist ein Dorf ohne Straßen im Zentrum in der Provinz Overijssel, wo Wohnhäuser und kleine Höfe sich entlang schmaler Wasserläufe aufreihen. Über hundert hölzerne Fußgängerbrücken verbinden die einzelnen Grundstücke miteinander und schaffen ein Netz aus Inseln, die man nur zu Fuß oder per Boot erreichen kann.
Torfstecher begannen im 13. Jahrhundert mit dem Abbau, wodurch sich allmählich Seen und Kanäle bildeten, die später die Grundlage für das heutige Dorf schufen. Im Laufe der Zeit bauten die Bewohner Brücken und legten ihre Häuser entlang der entstandenen Wasserstraßen an, anstatt klassische Dorfstraßen zu nutzen.
Die Anwohner bewegen sich auch heute noch regelmäßig per Boot durch die Kanäle, um zur Arbeit zu gelangen oder Besorgungen zu machen. An den Ufern stehen schmale Holzstege und private Anlegestellen, die zeigen, wie das tägliche Leben am Wasser organisiert ist.
Elektrisch betriebene Boote und Kanus können gemietet werden, um die Wasserwege in Ruhe zu erkunden, während geführte Touren tiefere Einblicke in die Besonderheiten der Dorfstruktur bieten. Die Hauptkanäle sind flach und einfach zu befahren, aber an Wochenenden und Feiertagen kann es auf dem Wasser dichter werden.
Viele der Reetdachhäuser haben Keller, die unter dem Wasserspiegel liegen und früher als Eislager dienten, bevor elektrische Kühlung eingeführt wurde. Manche Bewohner nutzen die Kanäle noch immer, um schwere Gegenstände wie Baumaterialien direkt bis vor die Haustür zu transportieren.
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