Sir Creek, 96-Kilometer-Ästuar zwischen Gujarat und Sindh, Pakistan
Sir Creek ist ein Mündungsarm im Delta des Indus, der sich durch Feuchtgebiete schlängelt und in das Arabische Meer fließt. Das Wasser vermischt sich hier mit Schlammbänken, Kanälen und flachen Lagunen, die bei Ebbe und Flut ihr Aussehen ändern.
Die Grenzziehung entlang des Mündungsarms entstand 1947 bei der Teilung Britisch-Indiens und wurde nie endgültig festgelegt. Seitdem verhandeln beide Staaten über den genauen Verlauf der Wasserlinie, ohne zu einer Einigung zu gelangen.
Fischer aus den Küstendörfern folgen noch immer alten Regeln, die festlegen, wann und wo Netze ausgeworfen werden dürfen. Diese Routinen spiegeln jahrhundertealte Absprachen wider, die das Zusammenleben der Menschen rund um das Mündungsgebiet ordnen.
Die Monsunzeit von Juni bis September bringt starke Regenfälle, die den Wasserstand heben und das Vorankommen erschweren. Boote müssen dann auf flachere Routen ausweichen, während die Schlickflächen zeitweise unbegehbar werden.
Geologen vermuten unter dem Wasser Erdöl- und Erdgasvorkommen, die für beide Nachbarländer wirtschaftlich interessant sind. Diese Bodenschätze spielen eine Rolle in den anhaltenden Grenzgesprächen und beeinflussen die Politik der Region.
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