Skull Chapel in Czermna, Beinhauskapelle in Kudowa-Zdrój, Polen.
Die Schädelkapelle in Czermna ist ein kleines Gotteshaus aus Backstein in Kudowa-Zdrój, Polen, dessen Innenraum an Wänden und Decke mit rund 3000 menschlichen Schädeln ausgekleidet ist. In der Krypta unter dem Boden liegen weitere 21000 Skelettreste, die das Gebäude zu einem der größten Beinhäuser Europas machen.
Ein tschechischer Priester namens Václav Tomášek errichtete das Gebäude zwischen 1776 und 1784, um die Gebeine von Opfern der schlesischen Kriege und wiederholter Choleraepidemien zu sammeln und zu ehren. Nach seinem Tod im Jahr 1804 wurde sein eigener Schädel zusammen mit denen seiner Helfer auf dem Altar platziert, wo sie bis heute zu sehen sind.
Der Name verbindet sich mit dem tschechischen Wort für Knochenhaus und weist auf die lange Tradition christlicher Beinhäuser in Mitteleuropa hin. Besucher betreten einen Raum, in dem religiöse Symbole und menschliche Überreste gemeinsam an die Vergänglichkeit des Lebens erinnern und zum stillen Nachdenken über Tod und Wiedergeburt einladen.
Die Kapelle liegt etwa 130 Kilometer südwestlich von Wrocław in einem ruhigen Ortsteil und ist mit Auto oder Bus gut erreichbar. Audioguides in polnischer, tschechischer und deutscher Sprache helfen beim Rundgang, und die Öffnungszeiten variieren je nach Jahreszeit, daher lohnt sich eine kurze Recherche vor dem Besuch.
Die Stirnseite des Altars trägt die Schädel des Priesters und seiner beiden Totengräber, die acht Jahre lang gemeinsam Knochen aus verstreuten Gräbern sammelten. Einige Schädel zeigen noch sichtbare Spuren von Gewalteinwirkung, darunter Schnittwunden und Einschusslöcher aus den Kriegsjahren des 18. Jahrhunderts.
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