Chassawjurt, Verwaltungszentrum in Dagestan, Russland
Chasawjurt liegt in der ebenen Landschaft Ciskaukasiens rund 130 Meter über dem Meeresspiegel, etwa 80 Kilometer nordwestlich von Machatschkala. Die Siedlung erstreckt sich entlang des Flusses Jaryk-Su nahe der Grenze zu Tschetschenien, umgeben von landwirtschaftlichen Flächen und niedrigen Hügeln.
Das russische Militär gründete hier 1846 eine Festung zum Schutz gegen Überfälle aus den Bergen. Die Garnison entwickelte sich allmählich zu einer gemischten Siedlung, die nach der Revolution als Verwaltungszentrum der Region ausgebaut wurde.
Die verschiedenen Volksgruppen der Stadt unterhalten eigene Märkte und Teehäuser, wo man Gespräche auf Kumykisch, Awarisch oder Tschetschenisch hören kann. In den Innenhöfen treffen sich Familien nach traditionellem Muster, während die jüngere Generation zunehmend Russisch als Verkehrssprache nutzt.
Busse und Sammeltaxis verbinden die Stadt regelmäßig mit umliegenden Ortschaften, wobei frühe Morgenstunden für Überlandfahrten günstiger sind. Auf den lokalen Märkten kann man landwirtschaftliche Erzeugnisse und Textilien erwerben, besonders lebhaft sind sie vormittags.
Im August 1996 unterzeichneten russische und tschetschenische Vertreter hier ein Friedensabkommen, das den Ersten Tschetschenienkrieg beendete. Die Stadt wurde dadurch zu einem Symbol für Verhandlungslösungen in der Region, auch wenn der Name heute selten mit diesen Ereignissen in Verbindung gebracht wird.
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