Weißes Meer, Randmeer im Nordwesten Russlands
Das Weiße Meer ist ein südlicher Ausläufer der Barentssee im nordwestlichen Russland, der sich über etwa 90.000 Quadratkilometer erstreckt. Vier große Buchten gliedern die Küstenlinie: Kandalakscha im Westen, Onega und Dwina im Süden sowie Mesen im Osten.
Vom 15. bis zum frühen 18. Jahrhundert diente diese Seeroute als wichtigster Handelsweg Russlands nach Westeuropa. Die Gründung von Sankt Petersburg verlagerte den Schwerpunkt des Seehandels nach Süden und verringerte die wirtschaftliche Bedeutung des Weißen Meeres.
Pomoren aus Cholmogory entwickelten über Jahrhunderte besondere Schiffbautraditionen und Fangtechniken, die noch heute in den Küstensiedlungen weiterleben. Die lokalen Fischer nutzen kleine Holzboote und sammeln Tang entlang der flachen Buchten, wie es schon ihre Vorfahren taten.
Der Weißmeer-Ostsee-Kanal verbindet dieses Meer mit dem Onegasee und ermöglicht Schiffen die Fahrt zwischen arktischen und baltischen Gewässern. Im Winter gefriert die Oberfläche vollständig, während im Sommer die Küstendörfer mit kleinen Booten erreichbar sind.
Die Gewässer beherbergen Belugas, die im Sommer in flachen Buchten kalben und dabei oft nah an die Küste kommen. Über 700 wirbellose Arten und 60 Fischarten leben hier trotz der extremen Winterkälte, die das Wasser monatelang zufrieren lässt.
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